Klingt wie ein verspäteter Aprilscherz, ist es aber nicht: Das sogenannte Nebeneinandem gibt es wirklich, so ulkig es auch klingen mag. Dabei ist sind Idee und Umsetzung garnicht einmal so exotisch: Besonders für Personen, die sich während der Fahrt gerne unterhalten, ist das Nebeneinandem (von Nebeneinander-Tandem abgeleitet) perfekt geeignet. Denn das Nebeneinandersitzen ist schon seit Anbeginn der Menschheit eindeutig die sozialste Art der Raumteilung. Anstatt sich beim Hintereinanderfahren gegenseitig in die Ohren zu schreien oder von getrennten Fahrrädern aus per Handzeichen zu kommunizieren, kann man auf einem Nebeneinandem folglich ganz gemütlich bei einem Plausch in die Pedale treten und genießt dabei alle Vorzüge eines Tandems: Arbeitsteilung, gleiche Geschwindigkeit und Gruppenzusammenhalt.
Die einfachste Variante des Nebeneinandems besteht einfach aus zwei, mit Rohren aneinander befestigten Fahrrädern. Neben dem Rahmen sind auch die Lenkungen miteinander verbunden. Was passieren würde, wenn beide Lenkungen unabhängig voneinander wären, kann man sich ja vorstellen. Daneben gibt es auch noch aufwändigere Formen des Nebeneinandems, bei denen der Fahrradrahmen eine komplette Neukonstruktion darstellt. Eine solche Art von Nebeneinandem hat in aller Regel nur 2 Räder und sieht damit von weitem aus wie ein einzelnes Fahrrad mit zwei Sitzen. Damit ist es allerdings etwas schwieriger, das Gleichgewicht zu halten, besonders bei verschieden schweren Personen. Für einen Erwachsenen mit Kind ist solch ein Nebeneinandem also eher weniger geeignet.
Das Nebeneinandem ist ähnlich wie das Tandem auch für sehbehinderte Radfahrer geeignet, da in der Regel eine lenkende Person ausreicht. Auch wer Gespräche während der Fahrt liebt, ist mit einem Nebeneinandem bestens geraten. Am urigsten ist es aber immernoch für verliebte Paare, die am liebsten Seite an Seite romantisch umschlungen in den Sonnenuntergang reiten… pardon, fahren.
Während es bei Rennsport und Downhill vor allem auf den maximalen Speed ankommt und beim BMX der waghalsigste Stunt gewinnt, wirkt das Kunstradfahren im Vergleich geradezu unspektakulär. Doch gerade das Kunstradfahren ist eine wahre Kunst für sich, bei der man ohne jahrelange Übung fehl am Platz ist. Es unterscheidet sich dabei grundlegend von den anderen Radsportdisziplinen, weshalb selbst der beste Radsprinter beim Kunstradfahren kläglich versagen würde.
Innerhalb des Kunstradsports unterscheidet man vier Unterdisziplinen: Einer-, Zweier-, Vierer- und Sechser-Kunstradfahren. Die verschiedenen Kunststücke wie beispielsweise Handstände und Stützgrätschen sind weitgehend identisch, allerdings werden diese beim Gruppenfahren meistens synchron und in verschieden gearteter Zusammenarbeit aufgeführt. Das Zweier-Kunstradfahren bringt eine weitere Besonderheit mit sich: Teilweise befinden sich hier zwei Fahrer auf einem Fahrrad, wobei einer oft auf den Schultern des anderen sitzt. Gerade diese Form des Kunstradfahrens wird oft als am markantestens angesehen.
Das Kunstrad selber ist speziell für das Kunstradfahren auf ebenem Hallenboden konstruiert und würde auf unebenem Schotter- oder Teerboden sofort beschädigt werden. Fast alle Fahrradteile, insbesondere der Lenker, sind so abgerundet und stabilisiert, dass man mit Gymnastikschläppchen problemlos auf ihnen stehen kann. Eine simple 1:1-Übersetzung garantiert, dass das Fahrrad auch ohne Pedalkontakt kontrollierbar bleibt und man jederzeit rückwärts fahren kann. Auch die Räder sind entsprechend dem Bodenbelag rutschfest beschichtet.
Das Einstiegsalter ins Kunstradfahren liegt in der Regel bei fünf bis sieben Jahren. Das Aufbautraining erstreckt sich bis zum 17. Lebensjahr, wobei der Traingsplan immer straffer und zeitaufwändiger wird, möchte man letztendlich mit etwa 20 Jahren an allen Wettbewerben teilnehmen können.
Früher noch vorwiegend von Artisten im Zirkus genutzt, wird das Einrad immer öfter von verschiedensten Menschen als Freizeit- bzw. Sportgerät angesehen. Besonders förderlich soll es für die Balance sein. Spätestens wenn man das erste Mal ein Einrad besteigt, wird man letztgenannten Aspekt eindrücklich zu schätzen wissen.
Das Einrad passt eigentlich thematisch nicht in diesen Blog, da es weder zwei Räder noch eine Kette besitzt. Dennoch ist es unabdingbar mit dem klassischen Fahrrad verwandt, auch wenn es einige entscheidende Unterschiede im Bau mit sich bringt: Zum einen ist das Einrad wesentlich stabiler gebaut und hat stärkere Speichen als das Zweirad, da das ganze Körpergewicht auf einem einzigen Rad lastet. Außerdem sind die Pedale fest mit der Radnabe verbunden, weshalb es weder Freilauf noch Bremsen gibt. Möchte man das Rad zum stehen bringen, muss man sich deshalb mit ganzer Kraft gegen die Drehbewegung der Pedale stämmen. Darum ist es auch kaum möglich, aus einem Zweirad ein Einrad zu bauen.
Innerhalb der Familie der Einräder gibt es unterschiedliche Bauarten. Die Reifengröße schwankt zwischen 12 und 50 Zoll, wobei kleinere Räder hauptsächlich zum Kunstfahren genutzt werden, wohingegen große Räder größere Geschwindigkeiten ermöglichen. Ähnlich verhält es sich mit der Kurbellänge: Je länger die Kurbel, desto bessere Hebelwirkung, kürzere Kurbeln hingegen ermöglichen schnellere und kraftvollere Beschleunigung.
Die Geschwindigkeit des Einrads ist im Vergleich zum klassischen Fahrrad sehr gering, weswegen Fahrräder für längere Touren weiterhin am geeignetsten sind. Einräder haben allerdings den Vorteil, dass sie einen routinierten Fahrer sicher wie auf Füßen durch enge Gassen oder Menschenmengen bringen können, außerdem schulen sie wie schon erwähnt Muskelkraft und Balance. Am besten ist es also immernoch, beides zu beherrschen.