Der Triathlon gehört unumstritten zu den härtesten Sportarten überhaupt. Schon das bloße Absolvieren eines Triathlons wird von vielen Anfängern und Fortgeschrittenen mit dem Absolvieren eines Marathons gleich gesetzt – eine Leistung, auf die man stolz sein kann. Die besondere Herausforderung an die Körper der Sportler ist jedoch nicht die im Vergleich zum Marathon lächerliche Distanz, sondern der flotte Wechsel zwischen Schwimmen, Radfahren und Laufen, welcher der Muskulatur ihr äußerstes abverlangt. Da die Beschaffenheit des Bikes den größten von außen beeinflussbaren Faktor darstellt, muss es besondere Vorraussetzungen erfüllen.

Mit Ausnahme der Olympiadisziplin herrscht beim Radsport-Part des Triathlons striktes Windschattenfahrverbot, zudem muss die Beinmuskulatur für den nachfolgenden Sprint so weitgehend wie möglich geschont werden. Das Fahrrad muss also gerade bei flachen Strecken extrem aerodynamisch gebaut sein, um einen möglichst geringen Luftwiderstand zu erzeugen und damit das Treten in die Pedale gehörig zu erleichtern.

Die Aerodynamik sieht man dem oft verwendeten Triathlonrad schon auf den ersten Blick an. Als erstes ins Auge fallen die windschnittig geformten Räder, oftmals sogenannte Trispokes. Aber auch die gesamte Sitzhaltung des Fahrers hat einen großen Einfluss auf den Luftwiderstand. Die Lenker sind so konstruiert, dass der Fahrer mit den Unterarmen in stark gebückter Haltung auf ihm liegt. Auf der einen Seite kommt das natürlich ebenfalls der Aerodynamik zu Gute, auf der anderen Seite kann der Fahrer hierdurch jedoch auch die vom vorrausgehenden Schwimmen stark strapazierte Armmuskulatur entspannen. Damit die Oberschenkel beim Pedalieren in dieser gebückten Haltung nicht an den Oberkörper des Fahrers stoßen, ist der Sitzwinkel beim Triathlonrad etwas steiler als beim in anderen Radsportarten üblichen Rennrad, was wiederrum die Beinmuskulatur für den folgenden Lauf schonen soll. Jeder, der schon einmal eine sehr strapaziöse Strecke mit dem Rad gefahren ist und direkt danach absteigt, kennt das wackelige Gefühl in den Beinen und setzt sich deshalb gerne erst einmal gemütlich in die nächste Eisdiele. Jetzt stellen Sie sich vor, Sie müssten direkt nachdem Sie vom Rad gestiegen sind noch (je nach Triathlon-Disziplin) 5-42 Kilometer sprinten!

Das Triathlonrad ist beim Straßenradsport wie beispielsweise bei der Tour de France eher weniger gut zu gebrauchen, da es hier dank Mannschaftsfahren weniger Windschattenprobleme gibt. Wohl auch auf Grund des urigen Aussehens und des hohen Preises trifft man Triathlonräder relativ selten im Straßenverkehr an. Für den Triathlonsport hingegen sind sie ideal – und erfüllen damit ihren Sinn mit Bravour.