Jeder kennt sie, jeder liebt sie und jeder Fahrer begehrt sie – die Tour de France, das bedeutendste Etappenrennen der Welt. Doch wann, wo und wie entstand die berühmte Tour und wie liefen die ersten Rennen vor nunmehr über 100 Jahren eigentlich ab?

Drehen wir die Zeit einmal ein wenig zurück… genau genommen auf den 1. Juli 1903. Zu dieser Zeit gab es zwar schon enorm lange Radrennstrecken, beispielsweise Paris-Brest-Paris mit einer Länge von 1200 Kilometern, die patriotisch angehauchte Idee des französischen Journalisten Géo Lefèvre, mehrere Radrennen durch ganz Frankreich unmittelbar hinereinander abzuhalten und die Ergebniszeiten zu addieren, war jedoch neu. So begann also am 1. Juli 1903 das erste der insgesamt sechs Etappenrennen, welche sich über eine Gesamtlänge von 2428 km quer durch Frankreich erstreckten. Die 3000 Francs Preisgeld holte sich der von Anfang an favorisierte Franzose Maurice Garin mit einem Stundenmittel von über 25 km/h. Die nachfolgenden Touren waren zunächst überwiegend von einer Menge an Skandalen geprägt. Auf Grund der langen, oft verlassenen Streckenverläufen gelang es vielen Fahrern, unbemerkt in Eisenbahnen einzusteigen oder Abkürzungen zu benutzen. Später flog dieser Schwindel aber meistens auf, weswegen beispielsweise bei der Tour de France 1904 nachträglich die komplette Top-Vier disqualifiziert wurde.

In den folgenden Jahrzehnten wurde die Etappenanzahl nach und nach von anfangs 6 auf bis zu 24 Etappen im Jahr 1931 erhöht. Während des Ersten und Zweiten Weltkriegs mussten die Rennen ausfallen, in den folgenden Jahren stieg die Durchschnittsgeschwindigkeit der Rennen jedoch auf bis zu 41,7 km/h im Jahr 2005 durch Lance Armstrong, bedingt durch die bessere Qualität der Strassen, die Einführung von Gangschaltungen sowie das Senken der Etappenlängen. Auch das Preisgeld stieg durchgehend von zu Beginn insgesamt 20.000 Francs auf inzwischen rund drei Millionen Euro. Seit den 50er Jahren wird die Tour de France weitgehend in der heutigen Form ausgetragen.

Die Geschichte der Tour de France ist jedoch noch lange nicht zu Ende geschrieben. Noch viele Rekorde sind zu brechen, wohl werden noch viele Skandale die Presse aufschreien lassen. Man sollte allerdings stets daran denken, die Rennsiege durch ehrliche Leistung und nicht durch Doping zu erzielen. Denn nur ehrlich errungene Trophäen sind auch verdiente Trophäen.