Wer die Provence einmal anders entdecken will, sollte die Region im Süden Frankreichs mit dem Fahrrad erkunde, vorbei an endlosen Lavendelfeldern und malerischen Bergdörfern. Doch lassen Sie es gemütlich angehen. Reisende sind von den vielen Eindrücken schnell überfordert. Mehr als 1.500 Kilometer Radwege ziehen sich allein durch das Département Vaucluse und bilden ein dichtes Netz. Auch die Tour de France ist am höchsten Berg Südfrankreichs regelmäßig zu Gast, Reisende radeln somit auf prominenten Fahrradstrecken.

Service für Radtouristen

Wer mag, kann auf das eigene Fahrrad samt Dachgepäckträger und Flickzeug getrost verzichten. Die Anreise erfolgt ohne eigenes Auto entweder per Flugzeug nach Marseille oder mit dem Schnellzug TGV ab Frankfurt/Main ohne Umsteigen bis nach Marseille oder Avignon. Die komplette Ausrüstung lässt sich einfach vor Ort mieten. Egal, ob Mountain-, Renn- oder Elektrorad: Insgesamt 300 Betriebe haben sich in der Region auf Radtouristen spezialisiert und bieten neben dem normalen Verleih auch Gepäcktransport, Wäscheservice und E-Bike-Batterien zum Austausch an. So kann man sich als Radtourist ganz entspannt die Sehenswürdigkeiten ansehen, über Wochenmärkte schlendern und die lokalen Köstlichkeiten bei einem Picknick in den Weinbergen genießen, ohne auf lästige Parkplatzsuche gehen zu müssen.

Die schönsten Strecken

Um ein duftendes Lavendelmeer hautnah zu spüren, bietet sich im Hochsommer eine kleine Tour von Bonnieux, einem hochgelegenen Dorf im Zedernwald, über Lacoste mit seinen zauberhaften verwinkelten Gassen bis nach Ménerbes an und genießt die fantastische Aussicht bietet. In Ménerbes angekommen, lässt sich der Tagesausflug wunderbar mit einer Wein- und Trüffelverköstigung im „Maison de la Truffe et du Vin“ abrunden.
Wem eine kleine Tour nicht reicht, sollte den Ort Mazan als Ausgangspunkt wählen. Zahlreiche Winzer entlang der Landstraßen locken zu Weinproben.

Mont Ventoux – der windige Berg

Der Mont Ventoux ist einer der legendärsten Gipfel der Tour de France. 2013 war der Anstieg auf den Gipfel besonders hart, da er das Finale der längsten Etappe über 242 Kilometer bildete. Hunderte Radler wagen jeden Tag den Aufstieg. Meist starten sie an der Südflanke des Berges im kleinen Ort Bedoin. Das Örtchen gleicht vor allem zur Mittagszeit einem Fahrerlager. Es gibt kaum einen Platz in den Restaurants, an dem kein Radler mit einem bunten Trikot sitzt. Diese Radtour ist eine echte Herausforderung, vor allem für Hobbyfahrer. Am Ziel angekommen, warten auf die Radler eine Mondlandschaft und ein atemberaubender Blick.

Den Urlaub vorbereiten

Wer die Provence mit dem Rad erkunden will, sollte sich im Vorfeld über die zahlreichen Strecken informieren und sich Routen raussuchen, die der eigenen Fitness entsprechen. Auch die Unterkünfte an den verschiedenen Ausgangpunkten bucht man am besten schon von Deutschland aus unter tui-ferienhaus.de oder anderen Seiten im Internet, da sie in der Hochsaison schnell voll sind. Ist das erledigt, steht einem Radurlaub in Südfrankreich nicht mehr im Wege.

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