Mein Drahtesel

Alles was 2 Räder und eine Kette hat ist hier Thema
 


So lautet der passende Untertitel des Dokumentarfilms Höllentour, welcher im Rahmen der Tour de France 2003 von Regisseur Pepe Danquart gedreht wurde. Mit Hilfe von drei Kamerateams wurden alle Etappen akribisch genau festgehalten und mit wertvollem Backstage-Material ergänzt. Besonders genau werden dabei exemplarisch die Ereignisse um Erik Zabel und Rolf Aldag dargestellt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Herausgekommen ist eine packende Geschichte, welche das Privatleben der Fahrer in den Mittelpunkt rückt; das, was die Fernsehkameras oft übersehen.

Der Regisseur legt einen besonderen Schwerpunkt auf die Schmerzen und Schwächen der Fahrer und lässt diese dadurch weitaus menschlicher dastehen, als man oft den Eindruck hat. Man fühlt sich beim Anschauen des Films regelrecht in die faszinierende Welt des Rennsports hineinversetzt, eine Welt, in der normalerweise kein Platz für Ängste und Emotionen ist. Man vergisst, dass man es hier mit ach so bösen Doping-Monstern zu tun hat und findet endlich Gelegenheit, sich auf die wirklichen Leistungen der Sportler zu besinnen: nämlich die mentalen. Ein durchwegs empfehlenswerter Film, finde ich.

Das Lexikon des internationalen Films denkt darüber ähnlich: „Mit drei Kamerateams wird die “Tour” beobachtet, was zu einem in vielen Einzelbeobachtungen packenden, visuell wie musikalisch eindrucksvollen Film führt, dessen Nähe zu den einzelnen Fahrern jedoch den Blick auf das Faszinosum “Tour des France” etwas verstellt.“ Die letzte Aussage kann ich allerdings nicht vollkommen bestätigen, im Gegenteil: Gerade durch die Nähe zu den Fahrern erscheint die Tour de France umso faszinierender. Und das kann dem angeschlagenen Radsportimage ja nur gut tun.


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Die Tour de France 2008

Autor: Daniel
abgelegt in: Rennsport

Das Logo der Tour de France

Trotz dem durch Dopingskandale und dem daraus resultierten Übertragungsstop der öffentlich-rechtlichen Sendern bedingten Imageverlust der Tour de France, dem sonst beliebtesten Etappenrennen der Welt, wird 2008 zum 95. Mal in Folge die große Tour durch Frankreich stattfinden. Durch strengere Dopingkontrollen, beispielsweise durch den neu eingeführten Blutpass, welcher Werteschwankungen über mehrere Monate hinweg dokumentiert, versucht der Veranstalter, der großen Trickserei ein Ende zu bereiten und wieder mehr Interessenten für den Radsport zu gewinnen.

Die Gesamtlänge der Tour wird dieses Jahr 3554 km betragen, das sind knapp 16 km weniger als noch im letzten Jahr. Der Startschuss wird am 5. Juli in der Bretagne, genauer gesagt in Brest fallen. Als Mitbewerber zum Tourauftakt hatte sich auch Dänemark gemeldet. Zum ersten Mal seit 1966 beginnt die “Große Schleife” mit einer normalen Etappe, anstatt dem gewohnten Prolog bzw. Zeitfahren. Am 27. Juli werden die Fahrer dann schließlich über die Avenue des Champs-Élysées den epischen Endspurt durch Paris bestreiten. Den genauen Etappenplan kann man auf der offiziellen Homepage (<-PDF) einsehen.

Oft wurde schon kurz nach Bekanntgabe des Etappenplans herumgenörgelt, aber dieses Jahr scheinen selbst die schärfsten Kritiker mehr oder minder zufrieden zu sein. Zu Recht: Die Tour de France 2008 verspricht abwechslungsreiche und spannende Rennen für die verschiedensten Fahrertypen. Wenn die Veranstalter auch das Dopingproblem in den Griff bekommen, könnte die Tour de France 2008 der Steigbügel zu einer erneuerten, euphorischen Begeisterung für den fairen Radsport sein, sowohl in Frankreich als auch auf der ganzen Welt. Wir können also gespannt dem Sommer entgegenfiebern.


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Die Anfänge der Tour de France

Autor: Daniel
abgelegt in: Rennsport

Die Tour de France 1903 © flickr.com / Mohan S

Jeder kennt sie, jeder liebt sie und jeder Fahrer begehrt sie – die Tour de France, das bedeutendste Etappenrennen der Welt. Doch wann, wo und wie entstand die berühmte Tour und wie liefen die ersten Rennen vor nunmehr über 100 Jahren eigentlich ab?

Drehen wir die Zeit einmal ein wenig zurück… genau genommen auf den 1. Juli 1903. Zu dieser Zeit gab es zwar schon enorm lange Radrennstrecken, beispielsweise Paris-Brest-Paris mit einer Länge von 1200 Kilometern, die patriotisch angehauchte Idee des französischen Journalisten Géo Lefèvre, mehrere Radrennen durch ganz Frankreich unmittelbar hinereinander abzuhalten und die Ergebniszeiten zu addieren, war jedoch neu. So begann also am 1. Juli 1903 das erste der insgesamt sechs Etappenrennen, welche sich über eine Gesamtlänge von 2428 km quer durch Frankreich erstreckten. Die 3000 Francs Preisgeld holte sich der von Anfang an favorisierte Franzose Maurice Garin mit einem Stundenmittel von über 25 km/h. Die nachfolgenden Touren waren zunächst überwiegend von einer Menge an Skandalen geprägt. Auf Grund der langen, oft verlassenen Streckenverläufen gelang es vielen Fahrern, unbemerkt in Eisenbahnen einzusteigen oder Abkürzungen zu benutzen. Später flog dieser Schwindel aber meistens auf, weswegen beispielsweise bei der Tour de France 1904 nachträglich die komplette Top-Vier disqualifiziert wurde.

In den folgenden Jahrzehnten wurde die Etappenanzahl nach und nach von anfangs 6 auf bis zu 24 Etappen im Jahr 1931 erhöht. Während des Ersten und Zweiten Weltkriegs mussten die Rennen ausfallen, in den folgenden Jahren stieg die Durchschnittsgeschwindigkeit der Rennen jedoch auf bis zu 41,7 km/h im Jahr 2005 durch Lance Armstrong, bedingt durch die bessere Qualität der Strassen, die Einführung von Gangschaltungen sowie das Senken der Etappenlängen. Auch das Preisgeld stieg durchgehend von zu Beginn insgesamt 20.000 Francs auf inzwischen rund drei Millionen Euro. Seit den 50er Jahren wird die Tour de France weitgehend in der heutigen Form ausgetragen.

Die Geschichte der Tour de France ist jedoch noch lange nicht zu Ende geschrieben. Noch viele Rekorde sind zu brechen, wohl werden noch viele Skandale die Presse aufschreien lassen. Man sollte allerdings stets daran denken, die Rennsiege durch ehrliche Leistung und nicht durch Doping zu erzielen. Denn nur ehrlich errungene Trophäen sind auch verdiente Trophäen.


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Spätestens, wenn man einmal eine ebene Strecke bei vollem Gegenwind mit einer höheren Geschwindigkeit als 20 km/h entlanggefahren ist, lernt man jeden Flecken Windschatten zu schätzen. Denn ab dieser Geschwindigkeit ist der Luftwiderstand größer als alle anderen Widerstände. Um so größere Bedeutung hat der Windschatten beim Spitzensport, den größten und strapazenreichsten Radrennen der Welt. Bei Rennen im Team bieten sich einer strategisch denkenden Mannschaft jedoch viele Möglichkeiten, den Windschatten maximal auszunutzen.

Animation eines Belgischen KreiselsEine besonders facettenreiche Formation ist der sogenannte Belgische Kreisel. Dieser besteht aus zwei Reihen, von denen die rechte Reihe langsamer fährt als die linke. Ist der vorderste Fahrer der linken Reihe etwa einen Meter vor dem der rechten Reihe, lässt er sich langsam nach rechts fallen, übergibt seinem Hintermann die Führung der linken Reihe und bildet fortan die Führung der rechten Reihe, bis der Vordermann der linken Reihe wiederrum seinen Platz einnimmt und nach und nach nach hinten rutscht. Am Ende der rechten Reihe angelangt, lenkt der Fahrer nach links und kämpft sich dort wieder bis an die Spitze durch. Diese Taktik hat jedoch auch ihre Nachteile: Alle Fahrer des Teams müssen in etwa gleich stark sein, da jeder Fahrer gleich lang dem vollen Gegenwind ausgesetzt ist. Bei der Tour de France beispielsweise wird diese Taktik zu Gunsten der Top-Sprinter kaum noch angewandt.

Eine einfachere, aber nicht weniger effektive Formation ist die einfache Reihe, in der jeder im Windschatten seines Vordermanns fährt. Der führende Fahrer lässt sich nach etwa 250 Meter an das Ende der Reihe fallen und überlässt seinem Hintermann die Führung. Bei seitlichem Gegenwind versetzt sich die Reihe entsprechend dem Wind, so dass der Hintermann jeweils links oder rechts vom Vordermann versetzt fährt. Wird diese Formation gezielt am Strassenrand aufgebaut, um nur einer bestimmten Anzahl an Fahrer die Teilnahme an der Gruppe zu ermöglichen, nennt man diese Taktik auch „auf der Windkante abhängen“.

Es existieren natürlich noch viele weitere Taktiken, deren namentliche Nennung den Rahmen dieses Artikels sprengen würde. So gut wie alle weiteren Taktiken beruhen jedoch wesentlich auf den hier genannten Prinzipien des Windschattenfahrens.


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Wer nicht dopt verliert

Autor: Daniel
abgelegt in: Rennsport

Seit geraumer Zeit verdichtet sich der Eindruck, dass Doping im Sport über viele Jahre hinweg eine gängige Praxis war, um die körperliche Leistungsfähigkeit zu steigern. Insbesondere der Radsport ist mittlerweile bei einem sehr schlechten Ruf angelangt.

Vor allem die Tour de France ist dabei mehr und mehr zu einer Lachnummer geworden. Es gab in den letzten Jahren keinen Tour de France Gewinner, der nicht ganz stark des Dopings verdächtigt worden wäre. Fahrer wie der Däne Rasmussen, der im vergangenen Jahr durch anhaltenden Dopingverdacht schließlich von seinem Rennstall von der Tour ausgeschlossen wurde, sind vermutlich nur die Spitze eines Eisbergs. Absolut unrühmlich ist Floyd Landis in die Geschichte eingegangen. Er war der Tour de France Sieger 2006 und wurde nachträglich aufgrund einer positiven Dopingprobe disqualifiziert.

Vor allem aber auch der 6-malige Tour de France Gewinner Lance Armstrong wird den hartnäckigen Verdacht, dass auch er durch Doping, möglicherweise Eigenblutdoping so erfolgreich war, nicht los.

Je hartnäckiger ein Radsportler Dopinggerüchte dementiert, desto grösser die Vermutung, dass er doch gedopt ist. Selbst die deutsche Rad-Ikone Erik Zabel hat sich des Dopings schuldig gemacht und stellt das in der Öffentlichkeit eher als den Streich eines Teenies dar. Die These, dass nur die Gedopten am Ende gewissen, ist nicht von der Hand zu weisen. Und trotz aller Kontrollen tauchen immer wieder neue Fälle von Doping auf.


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