Derzeit wird über eine Helmpflicht für Fahrradfahrer diskutiert. Während die Einen unbedingt dafür sind, um die Sicherheit auf Deutschlands Straßen zu erhöhen, sind Andere strikt dagegen.
Denn statt eine Helmpflicht für Fahrradfahrer einzuführen, wie sie Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer vorschlagen möchte, seien andere Maßnahmen wie eine ausführliche Aufklärung, mehr Fahrradwege oder eine konsequente Einführung von Tempo-30-Zonen in allen Wohngebieten viel wichtiger und vor allem effektiver in der Prävention von Unfällen.
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Immer mehr Radler sieht man zur eigenen Sicherheit mit einem Fahrradhelm biken. Die Hälfte aller Fahrrad-Unfälle endet mit einer Kopfverletzung. Gerade Kindern sollten immer einen Helm tragen. Aber worauf muss man beim Kauf dieser Kopfbedeckung achten?
Stürzt man und prallt mit dem Kopf auf, dient der gehärtete Schaumstoff im Helm als Knautschzone und absorbiert die Energie des Aufschlags durch Kompression oder Bruch. Dass der Schädelknochen bricht, wird so unwahrscheinlicher. Die harte Außenschale verteilt zudem die Kraft auf eine größere Fläche und wirkt somit dem Risiko einer Hirnschädigung entgegen.
Wichtig ist, dass der Fahrradhelm leicht ist und ein gutes Lüftungssystem besitzt. Natürlich muss der Protektor optimal passen und wie angegossen auf dem Kopf sitzen. Der Helm sollte auf alle Fälle ein Anpassungssystem und einen Kinngurt besitzen.
Den Kopfschutz bekommt man zwischen 30 Euro und 150 Euro. Je teurer die Helme sind, desto leichter sind sie meistens. Man muss einschätzen können, wie lange Fahrradtouren man zurücklegt. Sonst kann das Ding nach mehreren Stunden biken zu einer Qual werden.
Bekannte Hersteller von Fahradhelmen sind beispielsweise Bell, Alpina, Specialized oder Cratoni.
Auch wenn es oft vorkommt, dass man beim Fahren ohne Helm von Polizisten oder anderen Verkehrsteilnehmern freundlich dazu aufgefordert wird, aus Gründen der Sicherheit doch besser mit Helm zu fahren, gibt es in Deutschland, Österreich und der Schweiz zum aktuellen Zeitpunkt noch keine gesetzlichen Vorschriften zum Thema “Fahrradfahren mit oder ohne Helm”. Kein Wunder also, dass das Thema seit Jahren kontrovers debattiert wird. Tatsächlich sind sich noch nicht einmal die Wissenschaftler einig, ob Fahrradhelme überhaupt mit erwähnenswerten Vorteilen für den Radfahrer verbunden sind.
Ein moderner und korrekt sitzender Hartschalenhelm schützt den Kopf des Radfahrer bei einem Unfall in erster Linie durch Energieaufnahme, da sich die Wucht des Aufpralls auf eine größere Fläche verteilt und vom Schaumstoff im Inneren des Helms aufgenommen wird. Diese Schutzwirkung ist relativ unumstritten und wird inzwischen von den meisten Helmkritikern anerkannt.
Nun aber zum Knackpunkt: Erfüllt der Helm auch im Kontext betrachtet tatsächlich eine entscheidende Schutzfunktion? Denn eine gesetzliche Helmtragepflicht würde auch viele Nebenwirkungen mit sich bringen. Zum einen würde sich nachweislich die Gesamtzahl an Radfahrern in der Bundesrepublik deutlich verringern. Und es ist ebenfalls eine Tatsache, dass bei geringerem Fahrradaufkommen prozentual gesehen ein höheres Unfallrisiko besteht. Dieses Phänomen lässt sich beispielsweise damit erklären, dass Autofahrer, welche seltener Radfahrer auf der Straße zu Gesicht bekommen, auch unaufmerksamer sind und schneller mit einem Radfahrer kollidieren. Und gerade Kollisionen von Fahrrädern und Autos verlaufen für den Radfahrer oft alles andere als glimpflich.
Doch ein nahezu identisches Aufmerksamkeitsdefizit tritt auch beim Radfahrer auf. Der Helm vermittelt diesem ein übertriebenes Gefühl von Sicherheit und der Fahrradfahrer lässt sich schneller auf waghalsige Manöver ein. Dabei ist der Helm keine Garantie, dass der Fahrer einen Sturz unbeschadet übersteht. Denn der Helm bedeckt nur einen geringen Teil des Kopfes, am Kiefer beispielweise kann sich der Fahrer auch weiterhin lebensbedrohliche Verletzungen zuziehen.
Zusammenfassend würde ich folgendes Fazit treffen: Der Helm ist tatsächlich enorm wichtig und schützt den Fahrer vor gefährlichen Kopfverletzungen. ABER: Der Helm kann seine volle Wirkung nur entfalten, wenn weder Radfahrer noch Autofahrer leichtsinnig reagieren und sich auch weiterhin vorsichtig und rücksichtsvoll im Straßenverkehr fortbewegen.