Vuelta-Sieger Alberto Contador will bei einer Verpflichtung des siebenfachen Tour-de-France-Siegers Lance Armstrong das Astana-Team verlassen: “Ich habe es verdient, die Nummer eins zu sein, ohne darum kämpfen zu müssen.”
Der 25-jährige Spanier kann sich nach dem Sieg der 63. Vuelta zum Kreis der Radsportlegenden Jacques Anquetil, Bernard Hinault, Felice Gimondi und Eddy Merckx zählen, die ebenfalls alle drei großen Landesrundfahrten gewinnen konnten.
Ob Contador beim kasachischen Rennstall beleiben wird, macht er davon abhängig, bei welchem Team Armstrong in der kommenden Saison fahren wird.
“Ich werde meine Entscheidung davon abhängig machen, was er sagt. Ich will bei Astana bleiben, weil ich einen Vertrag bis 2010 habe. Aber ich habe auch mehrere gute Angebote erhalten”, so der Tour-Sieger 2007. Astana Teamchef Johann Bruynell möchte dagegen, dass der 37-jährige US-Amerikaner zu seinem Rennstall kommt. Alle Tour-Erfolge erfolgten unter der Leitung von Bruynell.
Auf einer New Yorker Pressekonferenz soll am 23. September verlautet werden, wie Armstrongs Zukunft aussehen wird.
Oftmals hört man bei Radsport-Übertragungen im Fernsehen den Begriff: Belgischer Kreisel. Was soll das sein? Eine Verflegungs-Waffel vielleicht oder eine Straßenform-Bezeichnung? Nein so wird eine Formation von Radsportlern genannt, die den Windschatten effektiv ausnutzen, um so durch das Ablösen des jeweils führenden Fahrers eine energiesparende Fahrweise zu ermöglichen. weiterlesen »
Das große Comeback des siebenfachen Tour de France – Gewinners scheint wahr zu werden. Nach seinem Abtritt aus dem Rennstall “Discovery Channel” vor drei Jahren will Armstrong offensichtlich zurück.
Im August fuhr er bereits ein Mountain – Bike – Rennen, das er als zweiter bestritt. Nun gibt es Hinweise, vor allem von “VeloNews”, dass er zurückkehrt. Das erwählte Team soll das Astana-Team sein. Dabei tritt er für fünf Rennen für Astana an. Lance Armstrong feiert in Kürze seinen 37. Geburtstag.
Sollte der Anschluss an Astana gelingen, wäre er wieder mit seinem früheren Teamkameraden Johan Bruyneel zusammen und sie könnten eventuell an alte Erfolge anschließen.
Wie das Magazin “VeloNews” auf ihrer Website verlautbaren lässt, würde Armstrong bei seinem Einstieg auf ein Gehalt verzichten. Unter den fünf Rennen für Astana ist auch die Tour de France. Um aber jeglichen Klatsch über sein angebliches Doping vorzubeugen, sollen alle Blutwerte online gestellt werden.
Nach seinem vorläufigen Ausstieg gab es Doping-Verdachtsmomente gegen Armstrong, da scheinbar eingefrorene Blutproben aus dem Jahr 1999 Spuren von EPO aufwiesen. Der Radsport-Weltverband (UCI) hatte die Vorwürfe aber als gegenstandslos bestritten.
Es tut mir leid. Ich weiß, auf einem Fahrrad-Blog sollte man die Tour de France ernst nehmen… aber so langsam kommt mir einfach nur das Kotzen, sobald ich von dieser Veranstaltung höre. Was habe ich gefiebert! Was habe ich mir ausgerechnet, welche Teams welche Chancen haben, was habe ich Punkte gezählt und Trainingsergebnisse verfolgt.
Aber ab heute bin ich kein Tour de France Fan mehr. Natürlich werden sich hier Artikel über die Tour finden, die wichtigsten Ergebnisse und zu weiter, aber Herr Ricco hat meinem sowieso am Boden kriechenden Interesse den Rest gegeben. Er war sozusagen der Amboss, der auf den traurig übers Feld kriechenden Spatz mit dem lahmen Flügel fiel, und ihn zu Atomen zermanschte. weiterlesen »
Vom 5. bis zum 27. Juli 2008 ist es so weit: Die 95. Tour de France 2008 ist da! 21 Etappen, eine Distanz von ca. 3.500 km und 20 Teams, die sich auf der immer noch legendärsten aller Radsport-Strecken beweisen wollen.
Bekanntermaßen überschatteten in den letzten Jahren tragische Doping-Vorfälle die Tour. Fast jeder der Gewinner gab später zu, gedoped zu haben, oder wurde des Dopings in mehr als einem Fall schwer verdächtigt. Der einzige Gewinner des Gelben Trikots aus dieser Zeit, dem das bis heute nicht nachgewiesen werden kann, ist Lance Armstrong. Die massiven Dopingvorwürfe gegen ihn hüllten aber zumindest für mich seinen Sieg in sehr fahles Licht.
2008 ist es mal wieder soweit – die Tour de France fährt tapfer gegen das Doping an.
Dabei ist die Tour nicht für uns Fernsehzuschauer und natürlich die Fahrer selbst ein Großereignis – vor allem für die Dörfer und Gemeinden, welche die Radfahrer auf dieser Strecke passieren, ist die Tour de France eine Möglichkeit, ihr Image aufzupolieren und ein paar Touristen anzulocken.
Einen klaren Favoriten der diesjährigen Tour gibt es nicht, weil alle Favoriten wegen Dopings gesperrt sind oder aufgehört haben.
Erik Zabel fährt mit, wird aber wohl nichts reißen. Dadurch wird meiner Meinung nach die Tour aber umso spannender – Zeit für neue Stars!
Der Titel UCI ProTour dürfte den meisten Menschen in den Teilnehmerländern des internationalen Radsports ein grober Begriff sein. Was sich genau dahinter verbirgt, wissen jedoch nur die wenigsten. Grund genug, der bedeutensten Rennserie der Welt hiermit einen eigenen Artikel mit Hintergrundwissen und Fakten zu widmen.
Die UCI ProTour entstand in ihren Grundzügen nach Ende der Straßenradsport-Saison 2004. Die Pläne zur ProTour waren zwar schon Jahre vorher im Gespräch, stießen jedoch in der Öffentlichkeit rund um den Globus auf Grund der Nichtnominierung einiger bedeutender Rennen, Fahrer und Teams auf breite Kritik. Dennoch wurde die UCI ProTour mit den bedeutendsten internationalen Rennsportevents 2005-2007 mit relativ hohem Erfolg abgehalten.
Die Idee war an für sich hervorragend: Die bedeutensten Straßenrennen unter einer Rangliste vereint – nur wer in allen Rennen erfolgreich ist, darf sich zu Recht ‘bester Straßenrennfahrer der Welt’ nennen. Soviel zur Theorie. Doch die Praxis sah leider etwas anders aus. Von Dopingskandalen überschattet entstanden zwischen der UCI und den Veranstaltern der größten Radsportereignisse wie dem Giro d´Italia und der Tour de France unüberbrückbare Unstimmigkeiten. So kam es wie es kommen musste: Vor der Saison 2008 kündigten die Tour de France, der Giro d’Italia, die Vuelta a España sowie einige weitere prestigeträchtige Eintagesrennen den Austritt aus der UCI ProTour an.
Die UCI sah dies jedoch nicht als Grund zum Versagen der gesamten ProTour 2008 an und entschied sich, diese auch in der Saison 2008 unbeirrt mit einigen kleineren Regeländerungen abzuhalten. So wird die ProTour im Oktober 2008 erstmals ein Gesamtfinale abhalten, wodurch in dieser Saison insgesamt 16 Rennen anstehen. An Bedeutung hat sie durch das Wegfallen der bedeutensten Etappenrennen dennoch verloren. Schade, kann man da nur sagen. Da bleibt nur zu hoffen, dass die UCI ProTour und die Veranstalter der ausgelagerten Rennen irgendwann wieder zueinander finden und die UCI ProTour möglichst bald wieder mit altem Glanz an den Start gehen kann. Denn in ihrem jetzigen Zustand ist die Rangliste der ProTour in keinster Weise repräsentativ, was ja eigentlich das Hauptziel der 2005 erstmals abgehaltenen ProTour war.
Wem das stumpsinnige Sitzen vor dem Fernseher oder eventuell sogar das Anfeuern des Lieblingsteams während der Tour de France zu langweilig ist, der kann pünktlich zur Tour im Juni interaktiv am PC oder an der Playstation Portable sein Geschick als Radsportmanager erproben. Wenn man sich schon über Doping-Skandale und unkluge Manager aufregt, kann man es doch auch gleich besser machen!
Die vom Spieler beeinflussbaren Rennen, Fahrer und Teams sind zwar nur virtuell, orientieren sich aber zum Großteil an realen Vorbildern. Dank der offiziellen Lizenz ist es den Entwicklern des Spiels möglich gewesen, viele Marken und Teams aus der Welt des Radsports einzubinden. Aber auch die Landschaft, das KI-Verhalten der Fahrer sowie unzählige Details wie realistische Entwicklungskurven, welche in den Vorgängern noch nicht verfügbar waren, sorgen für einen enorm hohen Realismusgrad.
In der PC-Version sind 65 offizielle Teams mit sage und schreibe 1600 verschiedenen Fahrern verfügbar. Außerdem sind 180 verschiedene Ein- und Mehrtagesrennen spielbar. Langeweile wird hier also kaum auftreten. Aber auch die PSP-Version geizt trotz technischen Schranken nicht mit Features. Hier überwiegen allerdings die eigentlichen Rennen und es wird mit “nur” 18 offiziellen Teams der Managercharakter etwas in den Hintergrund gerückt.
‘Tour de France 2008 – Der offizielle Radsport-Manager’ kann übrigens bereits für 39,99€ im Internet vorbestellt werden und wird dann bei Veröffentlichung des Spiels (vorraussichtlich am 20.6.) frei Haus geliefert. Dem Radsport-Spass steht somit nichts mehr im Wege und die Zeit zwischen den Etappen lässt sich auf niveauvolle Weise verkürzen. Worauf wartet ihr noch?
Gerade Eintagesrennen sind oft die unter Laien beliebtesten, da sich der Zuschauer hier weder durch komplizierte Tabellen wühlen noch tagelang vor dem Fernseher sitzen muss. Sieger ist, wer als erster durch die Ziellinie fährt – Spannung ist also garantiert.
So auch heute bei der 94. Auflage der Lüttich–Bastogne–Lüttich: Die letzten Meter der Zielgeraden entwickelten sich zu einem packenden Sprint zwischen Gerolsteiner-Kapitän Davide Rebellin, dem Spanier Alejandro Valverde sowie dem Luxemburger Fränk Schleck. Valverde konnte sich letzten Endes jedoch knapp gegen Rebellin durchsetzen und fuhr als erster durch’s Ziel. Somit hat der seit Freitag 28-jährige allein 2008 schon 3 Gesamtsiege eingefahren. Erst Anfang März ging er als Sieger aus der Murcia-Rundfahrt hervor und konnte vor knapp zwei Wochen den Sieg über Paris-Camembert für sich entscheiden. Kein Wunder also, dass er schon jetzt von vielen als Sieger der Tour de France 2008 gesehen wird.
Lüttich–Bastogne–Lüttich ist übrigens weltweit das älteste noch ausgetragene Eintagesrennen und gilt aufgrund seines sehr hügeligen Profils durch die wallonischen Ardennen als einer der schwersten Klassiker im Radsport. Alejandro Valverde hat also eine beeindruckende Leistung erbracht und wir können gespannt sein, was das Energie-Bündel dem internationalen Radsport noch alles für “Oh”s und “Ah”s entlocken wird.
Vielleicht erinnert sich noch der eine oder andere an den vergangenen Glanz der Internationalen Friedensfahrt, dem Ost-Pendant zur Tour de France. Besonders zu Zeiten vor der Wende war die Tour in den Veranstalterstaaten Polen, Tschechoslowakei und der DDR außerordentlich populär. Aber heute? Nach und nach scheint die Internationale Friedensfahrt regelrecht aus der Presse zu verschwinden. Kein Wunder – letztes Jahr sowie 2005 wurde das Rennen auf Grund organisatorischer und finanzieller Schwierigkeiten sogar abgesagt. Da stellt sich vor allem die Frage: Wird es da überhaupt noch eine Internationale Friedesfahrt 2008 geben?
Um diese Frage beantworten zu können, muss man sich zuerst einmal die Probleme anschauen, die zum ‘Untergang’ der Internationalen Friedensfahrt geführt haben. Als vor der Saison 2005 bekannt wurde, dass die Internationale Friedensfahrt nicht in die UCI ProTour, die höchste Klasse des Radsports, aufgenommen wurde, verschlechterte sich ihre Stellung im internationalen Radsportkalender dramatisch. Dazu kam das Abspringen des Hauptorganisators Pavel Doležel und seinen deutschen Marketing-Partnern, wodurch wiederrum viele wertvolle Sponsoren verloren gingen. Nachdem die Tour zuerst verschoben worden war, wurde sie schließlich komplett abgesagt. 2006 schaffte man allen Befürchtungen zum Trotz einen bescheidenen Neustart mit Österreich als neuem Mitveranstalterland. Als im November 2006 jedoch der bisherige Hauptsponsor Škoda sein Angebot zurückzog, hatte die Internationale Friedensfahrt 2007 keine realen Überlebenschancen mehr und musste abgesagt werden. Doch wie sieht es unter diesen miserablen Umständen nun 2008 aus?
Die Veranstalter beteuern auf ihrer Homepage, für 2008 einen neuen Sponsor gefunden zu haben. Nun sei es an der Zeit, “nach vorne zu blicken”, heißt es. Immerhin habe man nun ausreichend Zeit, die Friedensfahrt 2008 gründlich zu planen um Missgeschicken wie in den vergangenen Jahren vorzubeugen. Wir können also gespannt sein, ob die Organisatoren ihr Wort halten. Wenn ja, erwartet uns 2008 definitiv ein weiteres spannendes Rennen im internationalen Radsport.
Am Samstag saßen unzählige Rennsportfans aus aller Welt wie gebannt vor ihrem Fernseher und verfolgten die letzte Etappe der berühmten Rundfahrt im spanischen Baskenland. Das Einzelzeitfahren hätte das Blatt noch entscheidend wenden können, alles war noch offen. Der Spanier Alberto Contador führte zwar bereits seit der ersten Etappe die Gesamtwertung an, hatte aber letzten Endes gerade einmal 8 Sekunden Vorsprung gegenüber einigen guten Sprintern wie dem Australier Cadel Evans oder dem Niederländer Thomas Dekker.
Allem Knieschlottern und Pulsrasen zum Trotz meisterte Contador nach langen und intensiven Aufwärmübungen das EZF mit außerordentlicher Bravour. Als er nach 29 Minuten und 10 Sekunden ins Ziel einfuhr, hatte er sich einen Vorsprung von 22 Sekunden zum Zweitplazierten Evans erkämpft. Somit ist er als Sieger von 2 der insgesamt 6 Etappen nun gleichzeitig auch Sieger in der Gesamtwertung.
Bester Deutscher war Stefan Schumacher vom Team Gerolsteiner auf Platz 7 im Einzelzeitfahren und Rang 16 in der Gesamtwertung. Die Mannschaftswertung dominierte eindeutig das niederländische Team Rabobank mit 1.12 Minuten Vorsprung gegenüber dem belgischen Team Silence-Lotto auf Rang 2. Das Team Gerolsteiner schaffte es auf Rang 5 mit 3.13 Minuten Rückstand. Bester Bergfahrer war der Spanier Egoi Martinez De Esteban und bester Sprinter war ebenfalls ein Spanier, nämlich Iban Mayoz, was insofern nichts besonderes ist, da die Baskenland-Rundfahrt schon seit den frühen 50ern von Spaniern dominiert wird. In der Punktewertung siegte allerdings jemand vollkommen anderes, nämlich der Italiener Damiano Cunego.
Ich denke, alle Teilnehmer der kräftezehrenden Rundfahrt haben ein ordentliches Lob verdient. Die Etappenserie war im Vergleich zu anderen Rennen wie der Tour de France kaum von negativen Schlagzeilen überschattet und ist somit ein Lichtblick im von Dopingskandalen geprägten Radsportimage. Auch war die Rundfahrt von der ersten bis zur letzten Etappe spannend und hat die Fans jede Minute des Einzelzeitfahrens an die Bildschirme gefesselt. Weiter so, liebe Rennsportler!