Mein Drahtesel

Alles was 2 Räder und eine Kette hat ist hier Thema
 


Die Zweiradfans unter Euch, die normalerweise eher dem Sport auf sehr dünnen Rädern über Berg und Tal zugetan sind, haben jetzt die einmalige Chance, ihren Horizont zu erweitern!

Beim BMX Masters in Köln geht es um breite Reifen und kleinere Strecken – aber dafür hat diese Freestyle-Veranstaltung die cooleren Stunts und fast kein Doping. :P

Vom 4. bis 6. Juli wird Köln für alle BMX-Fanatiker zu sowas wie einem deutschlandweiten Mekka. Schließlich sind 2008 so viele BMX-Größen wie noch nie beim Suzuki BMX Masters angetreten.

Besonders stolz sind die Veranstalter auf 19 Vert-Profis, die “den unsäglichen Diskussionen” (Zitat Homepage) um den Sinn der Halfpipe-Disziplin ein Ende bereiten sollen.

Ihr seht, es ist an alles gedacht! Austragungsort ist, wie schon in den letzten Jahren, der Jugendpark in Köln. Der Eintritt beträgt 6 Euro am Freitag, am Wochenende sinds dann 9 Euro pro Tag. Wer mag, kann sich auch einen 3-Tage-Pass für 22 Euro besorgen.

Nicht besonders teuer, um mal einen ganzen Tag lang BMX-Flavour zu schnuppern, wie ich finde. Radfans in und um Köln – Nichts wie hin!


Zwischen 1986 und 1995 dominierte er die BMX-Freestyle Szene. Doch auch jetzt, im Alter von 41 Jahren, hat der US-Amerikaner nichts an seiner Dynamik eingebüßt.

Obwohl er schon jenseits der magischen 40 Jahre-Marke wandelt, denkt Dennis McCoy nicht daran, die Finger von dem riskanten Freestyle-Sport zu lassen. Dass er gegen teilweise nur halb so alte Mitstreiter antreten muss, macht ihm nach eigenen Angaben nichts aus, da Biker unabhängig vom Alter viele Gemeinsamkeiten verbinden. Auch die Tatsache, dass er bereits seit 16 Jahren verheiratet ist, hindert ihn nicht daran, professionell mit dem BMX durch die Luft zu wirbeln. Denn auch mit zunehmendem Alter sei er überhaupt nicht weiser geworden, wie er in einem Interview vom letzten Jahr gestand. Die Bereitschaft, sich immer wieder neu zu motivieren, nimmt er aus der Erkenntnis, dass sich diese Sportart ständig verändere. Welche Risiken er dabei auf sich nimmt zeigt das folgende Video:

Seit mehreren Jahren ist McCoy ebenfalls als Organisator von Biker-Wettbewerben tätig, bei denen er auch selber teilnimmt. Dass eine ehrenhafte Extremsportlegende wie er niemals versuchen würde, dies zu seinen Gunsten auszunutzen, versteht sich doch wohl von selbst. Es ist bloß ein Jammer, dass niemand vor 1994 auf die Idee kam, die X Games auszutragen,. Denn sonst hätte die BMX-Legende bestimmt mehr als nur fünf Medaillen (davon eine Goldene im Jahr 1998) bei dieser prestigeträchtigen Extremsportveranstaltung, die jährlich ausgetragen wird, gewinnen können.

 


Das Bonanzarad - Reif für den Sperrmüll? (c) flickr.com / sirstickErinnert sich noch jemand von den älteren Lesern an die in den 70ern so populären 20″-Fahrräder mit Bananensattel, Lehne und imitierter Federung? Richtig, das Bonanzarad ist inzwischen beinahe vollständig von der Bildfläche verschwunden. Verständlich – war es doch trotz seinem Popularitätsgrad Sinnbild für technische Mängel und Instabilität. Doch aufgepasst: Das Bonanzarad lebt weiter. Und zwar in nichts anderem als dem weltweit bekannten BMX!

Schaut man sich die beiden Kandidaten einmal etwas genauer an, erkennt man nur wenige offensichtliche Unterschiede. Die Lehne wurde weggelassen, Lenker und Sattel ausgetauscht – das wars dann schon. Könnte man meinen. Aber weit gefehlt: Die Rahmenstabilität war es, die dem BMX letztendlich zu seinem Sieg über das Bonanzarad verhalf.

Das BMX (c) flickr.com / jon hansonDenn mit einem gewöhnlichen Bonanzarad wären niemals so gewagte Sprünge und Tricks wie die Dave Mirras oder Mat Hoffmans möglich gewesen. Trotzdem wurden bereits zu Zeiten des Bonanzarads Rufe nach spektakuläreren Rennen laut. Allen Warnungen zum Trotz wurden von den Jugendlichen stark am Material zehrende Rennen gefahren, weshalb die Fahrradindustrie sich zum Eingreifen gezwungen sah: Das BMX war geboren.

Das BMX vereint die Robustheit und Stabilität in sich, die dem Bonanzarad fehlten. Es ist also verdienterweise die ‘Königin’ des Freestyles, das ‘Idol’ einer ganzen Jugendgeneration geworden. Und seit seiner Erfindung hat der BMX-Sport ständig an Einzigartigkeit gewonnen, andauernd werden neue Tricks entdeckt. Wir können also definitiv gespannt sein, was die Zukunft des BMX noch alles mit sich bringen wird.


Während es bei Rennsport und Downhill vor allem auf den maximalen Speed ankommt und beim BMX der waghalsigste Stunt gewinnt, wirkt das Kunstradfahren im Vergleich geradezu unspektakulär. Doch gerade das Kunstradfahren ist eine wahre Kunst für sich, bei der man ohne jahrelange Übung fehl am Platz ist. Es unterscheidet sich dabei grundlegend von den anderen Radsportdisziplinen, weshalb selbst der beste Radsprinter beim Kunstradfahren kläglich versagen würde.

Zweier-KunstradfahrenInnerhalb des Kunstradsports unterscheidet man vier Unterdisziplinen: Einer-, Zweier-, Vierer- und Sechser-Kunstradfahren. Die verschiedenen Kunststücke wie beispielsweise Handstände und Stützgrätschen sind weitgehend identisch, allerdings werden diese beim Gruppenfahren meistens synchron und in verschieden gearteter Zusammenarbeit aufgeführt. Das Zweier-Kunstradfahren bringt eine weitere Besonderheit mit sich: Teilweise befinden sich hier zwei Fahrer auf einem Fahrrad, wobei einer oft auf den Schultern des anderen sitzt. Gerade diese Form des Kunstradfahrens wird oft als am markantestens angesehen.

Das Kunstrad selber ist speziell für das Kunstradfahren auf ebenem Hallenboden konstruiert und würde auf unebenem Schotter- oder Teerboden sofort beschädigt werden. Fast alle Fahrradteile, insbesondere der Lenker, sind so abgerundet und stabilisiert, dass man mit Gymnastikschläppchen problemlos auf ihnen stehen kann. Eine simple 1:1-Übersetzung garantiert, dass das Fahrrad auch ohne Pedalkontakt kontrollierbar bleibt und man jederzeit rückwärts fahren kann. Auch die Räder sind entsprechend dem Bodenbelag rutschfest beschichtet.

Das Einstiegsalter ins Kunstradfahren liegt in der Regel bei fünf bis sieben Jahren. Das Aufbautraining erstreckt sich bis zum 17. Lebensjahr, wobei der Traingsplan immer straffer und zeitaufwändiger wird, möchte man letztendlich mit etwa 20 Jahren an allen Wettbewerben teilnehmen können.


Jeder BMX-Fan kennt Mat Hoffman. Aber auch viele, die noch nie auf einem BMX-Rad gesessen sind, haben schon von ihm gehört. Immerhin wird er zu den größten BMX-Legenden der Welt gezählt, Seite an Seite mit Größen wie Dave Mirra und Dennis McCoy. Der Amerikaner aus Oklahoma City hat eine Vielzahl an Tricks erfunden und auf dem Höhepunkt seiner Karriere nahezu alle Wettbewerbe gewonnen. Im April 2004 veröffentlichte er schließlich seine Autobiographie ‘Die Fahrt meines Lebens’, in der er dem Leser einen tiefen Einblick in sein Gefühlsleben bietet, welches geprägt ist von der Sucht nach Thrill und Adrenalin.

Mat Hoffman vollführt einen Trick © flickr.com / Paul L McCord JrSchon als Kind gehörte er offenbar zu denjenigen, vor denen uns unsere Mütter warnten: Er rutschte Wäscheschächte hinunter, sprang mit dem Regenschirm vom Hausdach oder stürzte sich auf dem Fahrrad aus dem zweiten Stock in ein Schwimmbecken. Kein Wunder also, dass er mit elf Jahren zum BMX stieß und schnell erste Erfolge erzielte. Schon als Teenager vollführte er Tricks, vor denen sich manch erwachsener BMX-Fahrer noch heute fürchtet.

Mat Hoffman vollführt einen Trick © flickr.com / Paul L McCord JrMat Hoffman ist übrigens einer der Rekordhalter mit den meisten Knochenbrüchen überhaupt. Es gibt kaum einen Knochen, den er sich bei einem seiner zahlreichen Stürze noch nicht gebrochen hat und seine Krankenakte soll angeblich über 400 Seiten umfassen. Aber gerade seine Furchtlosigkeit und der Hang zu übertriebenen Aktionen waren es, die ihm seine unzähligen Erfolge bescherten.

Das Buch ist spannend und humorvoll geschrieben und gibt dem Leser tiefe Einblicke in Mat Hoffmans Gefühlswelt. Oft hat man den Eindruck, man stehe selber vor der Rampe oder klammere sich bei einem misslungenen Trick verzweifelt an den Lenker, nur um wenige Sekunden später auf dem Boden aufzuprallen. Die Autobiographie ist also eine gelungene Lektüre für Fans von adrenalinerzeugenden Erzählungen und insbesonders natürlich auch für Fans des BMX. Leider ist es jedoch bereits restlos ausverkauft, weswegen man sich wohl noch eine Weile gedulden muss, ob es überhaupt wieder in den Handel kommt. In vielen öffentlichen Büchereien kann man es glücklicherweise ohne Probleme kostenlos ausleihen.


BMX Stunt © wikimedia

Er hält den Weltrekord bei den X-Games mit derzeit sage und schreibe 21 Medallien. Er war der erste Freestyle-BMXler, dem es gelang, bei einem Wettbewerb einen doppelten Rückwärtssalto (im Fachjargon: double back flip) hinzulegen. Als einem der erfolgreichsten BMX-Fahrer ist ihm sogar ein eigenes Videospiel gewidmet. Und die Liste mit seinen Erfolgen ist noch lange nicht beendet. Kein Wunder, dass er schon lange unter dem Spitznamen ‘Miracle Boy’ bekannt ist. Rede ist von Dave Mirra, der 33 jährigen, in einem Vorort New-Yorks beheimateten Freestyle-BMX-Legende.

Dave Mirra erfand und prägte nachhaltig zahlreiche Tricks der in den 80ern erst aufkommenden BMX-Szene und setzt diese auch heute noch mit Bravour in die Tat um. Viele seiner Tricks sind heute weitläufig bekannt, so unter anderem der sogenannte ’540 tailwhip’, bei dem der Fahrer den Lenker festhält und den Rest des Bikes um 540° drehen lässt, zu deutsch am treffendsten mit ‘Schwanzwedeln’ übersetzt. Ein weiterer komplexer Trick ist der ‘Tailtap’, bei dem der Fahrer mit dem Hinterrad an ein Hindernis springt und sich während dem Sprung um 180° dreht, um anschließend normal weiterfahren zu können. Auch erwähnenswert ist der kurz als ’50-50′ bezeichnete Trick, bei dem der Fahrer mit den Pegs seines BMX eine Kante entlang gleitet. Besonders häufige Verwendung findet dieser Stunt in der Street-Disziplin mit Treppengeländern als Kante. Ebenfalls weit verbreitet ist der sogenannte ‘Superman’-Trick, bei dem der Fahrer – wie zu erwarten – durch Zurückstrecken der Beine in der Luft eine gerade Figur macht, auf die selbst Superman stolz wäre.

Im folgenden Video sind einige der vorgestellten und noch viele Tricks mehr von Dave Mirra zu sehen. Viel Spass beim Ansehen und Nachmachen… aber Achtung: Nie den Helm vergessen! ;o)