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Hongkong – Silber für Lukas Liß, und auch Olympiasiegerin Kristina Vogel greift nach der nächsten Medaille. Am zweiten Tag der Bahnrad-Weltmeisterschaften in Hongkong gab es für die deutsche Mannschaft das zweite Edelmetall.

Liß, der Weltmeister von 2015, musste sich im 15-Kilometer-Scratchrennen nur dem Polen Adrian Teklinski geschlagen geben. Unterdessen hat Vogel das Sprint-Halbfinale erreicht. Im Keirin der Männer wurde Titelverteidiger Joachim Eilers im Halbfinale disqualifiziert, dafür überraschte WM-Neuling Marc Jurczyk aus Erfurt auf Platz sechs.

«Ich fühle mich wie ein Sieger. Als Ex-Weltmeister wieder auf dem Podium zu stehen, macht mich sehr zufrieden. Der Pole war einfach besser», sagte Liß nach seinem zweiten Platz. Der Mann aus Bergkamen setzte sich mit einer beherzten Attacke kurz vor dem Ende vom Feld ab, den an der Spitze fahrenden Polen holte er aber nicht mehr ein. Platz drei ging an den Briten Chris Latham.

Ausnahmefahrerin Vogel setzte sich unterdessen im strapaziösen Sprint-Wettkampf im Viertelfinale gegen Europameisterin Ljubow Basowa aus der Ukraine in zwei Läufen durch und trifft nun auf Wai-Sze Lee aus Hongkong. «Die Pflichtaufgabe ist erfüllt», sagte Vogel und ergänzte: «Gegen die Hongkong-Chinesin wird es aber schwer. Sie hat einen Heimvorteil. Ich habe letztes Jahr mal beim Weltcup in Cali gegen sie verloren.»

Vogel hatte zum Auftakt Bronze im Teamsprint mit Miriam Welte gewonnen, wenngleich die London-Olympiasiegerinnen von Gold geträumt hatten. Im zweiten Sprint-Halbfinale am Freitag stehen sich Simona Krupeckaite aus Litauen und die Australierin Stephanie Morton gegenüber.

Eine kleine Enttäuschung gab es für Titelverteidiger Joachim Eilers im Keirin. Der Chemnitzer wurde im Halbfinale disqualifiziert, nachdem er eine Welle gefahren war und damit einen Gegner behindert hatte. «Die Regeln werden im Keirin immer weicher gestellt», haderte Eilers. Dass eine Medaille durchaus drin gewesen wäre, zeigte sein überlegener Sieg im Platzierungslauf, womit am Ende Platz sieben heraussprang.

Dafür hat WM-Neuling Jurczyk im Finale die deutschen Farben vertreten. Mit Platz sechs fuhr er an den Medaillen aber vorbei. Den Sieg holte sich ausgerechnet Mohd Azizulhasni Awang aus Malaysia, der erst durch die Disqualifikation von Eilers in den Endlauf eingezogen war. Die Plätze zwei und drei belegten Fabian Hernando Puerta Zapata aus Kolumbien und der Tscheche Tomas Babek.

Unteressen hat der britische Bahn-Vierer den WM-Titel geholt. Sam Welsford, Cameron Meyer, Alexander Porter und Nicholas Yallouris setzten sich in 3:51,503 Minuten gegen Neuseeland durch. Bronze gewann Italien im kleinen Finale gegen den neuformierten Vierer von Olympiasieger Großbritannien. Die deutsche Mannschaft war bereits am Mittwoch mit Platz zwölf in der Qualifikation gescheitert.

Fotocredits: Kin Cheung,Kin Cheung,Jayne Russell
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