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Cholet – Ein Cut über dem linken Auge, das Schulterblatt gebrochen, aber dennoch ein Lächeln im Gesicht: Lawson Craddock setzte seine Tour der Leiden fort, an eine vorzeitige Aufgabe bei der 105. Frankreich-Rundfahrt verschwendet der US-Amerikaner keine Gedanken.

«Mental ist es schwerer als körperlich. Ich werde versuchen, positiv zu bleiben, den Schmerz so gut ich kann zu bewältigen», sagte Craddock, der bereits auf der ersten Etappe rund 100 Kilometer vor dem Ziel gestürzt war. Seitdem quält sich der 26-Jährige über Frankreichs Landstraßen, mit rund acht Minuten Rückstand erreichte er an den ersten beiden Tagen jeweils das Ziel.

In den sozialen Netzwerken wird der Texaner dafür gefeiert. «Held des Tages», twitterte sein belgischer Teamkollege Sep Vanmarcke. Craddocks Leid hat auch etwas Gutes. 100 Dollar pro beendeter Etappe spendet der Radprofi dem Alkek Velodrome in Houston, welches durch den Hurrikan Harvey im Spätsommer 2017 schwer beschädigt wurde.

In seiner Rolle als Tour-Held hat Craddock einen berühmten Landsmann als Vorgänger – allerdings nicht mit astreinem Leumund. Tyler Hamilton stürzte 2003 und zog sich einen Schlüsselbeinbruch. Danach gewann er eine Bergetappe und sicherte sich den vierten Gesamtrang. Ein Jahr später wurde Hamilton des Dopings überführt.

Fotocredits: Yorick Jansens
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