Wer der Meinung ist, Downhill oder Four Cross seien die härtesten Disziplinen, welche die Mountainbike-Weltmeisterschaften zu bieten haben, wird vom sogenannten Bike Trial schnell eines besseren belehrt werden. Was zuerst nach spannender Hollywood-Action mit Kohorten von Stuntmen aussieht, erweist sich schnell als außergewöhnlich konzentrations- und kräftefordernd. Denn was ein Stuntman mit Nylonschnüren und versteckten Schienen schafft, müssen die Trial-Fahrer aus dem FF beherrschen.

Die Streckenführung

Beim Bike Trial preschen die Räder nicht über geteerte Straßen oder freigeräumte Bergabhänge, sondern müssen sich ihren Weg durch das unwegsamste Gelände bahnen. Steile Erdhügel, mit deren Besteigung manch einer mit Händen und Füßen überfordert wäre, gehören da noch zu den leichteren Hindernissen. Die mit Pfeilen und Zeichen markierte Strecke verläuft oft auch über künstliche Hindernisse wie Paletten, Betonrohre, Ölfässer oder sogar über ganze Autowracks. Aber auch die natürlichen Hindernisse sind so balance- wie ausdauerfordern. Neben eher kleineren Objekten wie Baumstümpfen und Wurzelpassagen gilt es riesige Felsen und Hangpassagen zu bewältigen, wobei sich das ganze Spektakel teilweise in schwindelerregender Höhe abspielt. Fahrer mit Höhenangst sind hier folglich ebenso falsch am Platz wie Fahrer mit irgendeiner auch nur erdenklichen Angst – so scheint es jedenfalls, wenn die Fahrer oftmals furchtlos einen zwei Meter breiten Spalt überspringen oder ohne Zögern mit Höchstgeschwindigkeit eine gefährliche Schräglage entlang brettern.

Trial wurde ursprünglich für hartnäckige Geländeboliden konzipiert und erst in den frühen 70ern auf das Fahrrad übertragen. Das zweifelt man als Zuschauer in der Regel zu keinem Augenblick an – denn was von den Fahrer gefordert wird, wirkt beinahe schon utopisch. Da kann man sich nur zurücklehnen und staunen.

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