Der Rad-Weltverband hat jetzt den Weltkalender für die kommende Saison veröffentlicht. Insgesamt werden 26 Rennen im Jahre 2011 veranstaltet werden. Einziges Rennen in Deutschland bleiben die Hamburger Vattenfall Cyclassics.
Von den 26 Rennen werden der UCI zufolge 16 Pro-Rennen veranstaltet und zehn historische Rennen, wozu die drei großen Rundfahrten Giro d’Italia, Tour de France und Vuelta a Espana hinzugezählt werden.
Zum ersten Mal wird es die Tour of Peking im Oktober geben. Darüber muss aber noch die UCI-Lizenzierungskommission entscheiden, ob das chinesische Rennen auch wirklich durchgeführt wird. Leider sind die Hamburger Vattenfall Cyclassics weiterhin das einzige deutsche Rennen im Weltkalender.
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Die Tour Down Under vom 16. bis 23. Januar in Australien eröffnet die Rad-Saison 2011. Gleich bei diesem Rundrennen kommt es zum Duell zwischen den Topsprintern Mark Cavendish und Andre Greipel bei dem es um jede Menge Prestige gehen wird.
Beide Sprinter fuhren mehrere Jahre zusammen im Team HTC-Columbia, wo sie des Öfteren aneinander gerieten, weil der Brite als der besser eingeschätzte Sprinter bei großen Rundfahrten den Vorzug bekommen hatte.
Zur neuen Saison wechselte der deutsche Fahrer Greipel zum Team Omega Pharma-Lotto, wo er nun auf Einsätze bei der Tour de France und weiteren großen Rennen hoffen kann.
Greipel ist nach Siegen der erfolgreichste Profi der abgelaufenen Saison und ist Titelverteidiger und Serien-Etappensieger beim ersten Top-Rennen der Saison. Der mehrfache Tour-de-France-Etappensieger Cavendish fährt die Tour Down Under zum ersten Mal.
Nun sind Experten und Fans gespannt auf den ersten Vergleich zwischen den erfolgreichsten Sprintern der letzten Jahre.
Jetzt wird es immer enger für Alberto Contador. Nun leitet der spanische Radsportverband RFEC ein Dopingverfahren gegen den Tour-de-France-Sieger ein. Dies kündigte der RFEC-Präsident Juan Carlos Castaña an, der einer Aufforderung des Weltradsport-Verbandes UCI folgt.
„Es wird für Contador keine bevorzugte Behandlung geben“, sagte Castaña zur Sportzeitung „Marca“. „Die Regeln gelten für alle in gleicher Weise. Wenn Alberto dagegen verstoßen hat, muss er dafür gerade stehen.“
Der dreifache Tour-Sieger war am zweiten Ruhetag der vergangenen Tour positiv auf das Kälbermastmittel Clenbuterol getestet worden. Contador bestreitet nach wie vor gedopt zu haben. Der Spanier führt den positiven Befund auf verunreinigtes Fleisch zurück, dass er gegessen habe.
Laut der spanischen Sportzeitung seien bislang praktisch alle Sportler, die positiv auf Clenbuterol getestet worden waren, gesperrt worden. So stehen die Chancen für einen Freispruch Contadors sehr schlecht. „Contador steht mit dem Rücken zur Wand.“
Das neue Luxemburger Radteam scheint sich zu einer Top-Mannschaft zu formieren. Jetzt wechseln auch der australische Olympiasieger Stuart O’Grady und die beiden ehemaligen deutschen Milram-Profis Linus Gerdemann und Fabian Wegmann nach Luxemburg.
Zuvor wurde schon bekannt gegeben, dass die Brüder Andy und Frank Schleck und der deutsche Routinier Jens Voigt vom Saxo-Bank-Team zu dem noch namenlosen ProTour-Team zur kommenden Saison wechseln werden.
Teamchef Brian Nygaard, der gegenwärtig auf Sponsorensuche ist, formiert eine konkurrenzfähige Mannschaft, die unter anderem um den Sieg bei der Tour de France mitfahren will.
Zu dem australischen Neuzugang O’Grady sagte der Däne Nygaard zu cylingnews.com: “Stuart ist eine echte Legende und wohl einer der größten Athleten seiner Generation.” Der 37-jährige O’Grady gewann 2007 den Radklassiker Paris-Roubaix und konnte bisher drei Etappensiege bei der Tour de France feiern.
Die Organisatoren des Giro d’Italia haben den Streckenplan für 2011 in Turin präsentiert. So steht bei der 94. Auflage erstmals seit 1989 wieder der Vulkan Ätna auf dem Programm.
Der Giro 2011 wird dem 150. Jahrestag der Einigung Italiens gewidmet. Dafür haben sich die Organisatoren ein besonders schweres Profil ausgedacht. Sieben Bergankünfte warten auf die Profis, darunter ein Bergzeitfahren.
Beginnen wird die zweitgrößte Rundfahrt der Welt am 7. Mai in Turin mit einem 21,5 Kilometer langen Mannschaftszeitfahren. Das Finale geht am 29. Mai in Mailand mit einem Einzelzeitfahren über 32,8 Kilometer über die Bühne.
Die Fahrer müssen auf 21 Etappen insgesamt 3496 Kilometer mit hohen Bergen wie den Ätna, Großglockner und Monte Zoncolan bewältigen. “Applaus für diesen Giro. Das ist ein Giro für die Harten”, meinte der Veranstalter “Gazzetta dello Sport“.
Ist so etwas noch menschlich? Muss man sich das wundern, dass die Pro-Tour-Fahrer zu unerlaubten Mitteln greifen, um der Show gerecht zu werden?
Top-Favorit Philippe Gilbert hat wie im Vorjahr die Lombardei-Rundfahrt gewonnen. Der Belgier vom Team Omega-Pharma Lotto siegte bei der 104. Auflage des letzten Ein-Tages-Klassikers des Jahres.
Nach 260 Kilometern fuhr Gilbert vor dem Italiener Michele Scarponi (Androni Giocattoli) und dem Spanier Pablo Lastras (Caisse d’Epargne) als erster ins Ziel im norditalienischen Como ein. Für den belgischen Radprofi war es der zweite Klassikersieg nach dem Gewinn des Amstel Gold Race im Frühjahr.
Das deutsche Milram-Team, für das die Lombardei-Rundfahrt einer der letzten Auftritte war, konnte nicht ins Geschehen eingreifen. Das letzte deutsche ProTour-Team wird nach dem Saisonende aufgelöst.
Der Start des letzten großen Saisonrennens wurde mehrere Minuten durch die Radprofis verzögert, um gegen die Aussagen des Vorsitzenden der italienischen Anti-Doping-Kommission Ettore Torri zu protestieren, der alle Profis unter pauschalen Doping-Verdacht gestellt hatte.
Der überführte Tour-de-France-Sieger Alberto Contador denkt laut über ein Karriereende nach, egal wie das Urteil des Weltverbandes UCI ausfallen sollte.
“Ich bin so entmutigt, dass ich darüber nachdenke, den Radsport unabhängig von der Entscheidung der UCI aufzugeben”, liest man über Contador in der Madrider Zeitung “El Mundo“. Dies soll er dem Präsidenten des spanischen Verbandes, Carlos Castaño, mitgeteilt haben.
Alberto Contador ©Flickr/ hyku
Dem Spanier wurden am zweiten Tour-Ruhetag geringe Spuren des Kälbermastmittels Clenbuterol nachgewiesen. Contador begründet den positiven Doping-Tests durch kontaminiertes Fleisch, welches er gegessen habe und beteuert nach wie vor seine Unschuld.
Fernando Ramos, ein Spezialist für Lebensmittelvergiftungen, beurteilt den Fall folgendermaßen: “Es ist nicht unmöglich, aber unwahrscheinlich. Meiner Meinung nach ist es nur eine Story”, sagte der Lebensmittel-Spezialist der Universität Coimbra in Portugal.
Es erinnert schon ein weinig an ein großes Schauspiel. Jetzt versucht der Repräsentant des Radsports der vergangenen Jahre durch die Anspielung auf sein Karriereende Druck auf die Radsportwelt auszuüben. Aber ganz sicher wird die Show auch ohne ihn weitergehen.
Der spanische Radprofi Oscar Freire hat den französischen Herbstklassiker Paris-Tours über 233 Kilometer gewinnen können. Der Sprinter vom Team Rabobank setzte sich im Sprint gegen Angelo Furlan und Gert Steegmans durch.
Für Freire war es nach dem Sieg bei Mailand-San Remo im Frühjahr der zweite Saisonerfolg bei einem prestigeträchtigen Eintagesrennen. “Es war ein perfektes Rennen für mich”, sagte der dreimalige Weltmeister nach seinem Spurt auf der berühmten Allee in Tour.
Hervorzuheben ist die Leistung des deutschen Radprofis Simon Geschke vom Team Skil-Shimano. Der Berliner fuhr lange Zeit in einer siebenköpfigen Spitzengruppe. 25 Kilometer vor dem Ziel fuhr er sogar noch weitere Attacken.
Der letzte Klassiker der Saison 2010 findet am kommenden Samstag, den 16. Oktober statt. Bei dem traditionell letzten Straßenrad-Höhepunkt, der Lombardei-Rundfahrt in Norditalien, sind noch einmal fast alle Topfahrer am Start.
Der 2008 des Dopings überführte und danach zurückgetretene Gerolsteiner-Profi Bernhard Kohl glaubt nicht an den Gewinn der Tour de France ohne Doping.
Der Österreicher Kohl sieht vor allem Lücken bei den Doping-Kontrolleuren. “Ich wurde in meiner Karriere 200 Mal getestet. 100 Mal hatte ich Drogen in meinem Körper. Einmal wurde ich erwischt, 99 Mal nicht”, sagte Kohl zur “New York Times“.
Bernhard Kohl © flickr/aerocha
Kohl, der bei der Tour 2008 mit dem dritten Rang und dem Gewinn des Bergtrikots auf sich aufmerksam gemacht hatte, meinte die Fahrer würden denken, sie entkämen den Fahndern, “weil es meist der Fall ist.” Er selber wurde nach der Frankreich-Rundfahrt positiv auf CERA getestet. Nach seinem Dopinggeständnis wurde seine Resultate gestrichen.
Indirekt klagte der ehemalige Radprofi des heute aufgelösten deutschen Rennstalls Gerolsteiner auch den vorerst wegen Clenbuterol-Dopings suspendierten Spanier Contador an. “Floyd Landis gewann die Tour mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 40 Kilometern – und er war gedopt. In diesem Jahr gewann Contador mit dem selben Stundenmittel”, so Kohl weiter.
Alberto Contador bestreitet nach seinem positiven Dopingbefund weiter vehement gedopt zu haben. In einem Interview meint der Spanier, dass diese Affäre bald ein Ende hat.
Alberto Contador soll nach Angaben der “New York Times” bei einer zweiten Probe auffällig geworden sein. Beim Tour-de-France-Sieger wurden in einer am Abend des 20. Juli genommenen Probe Rückstände eines sogenannten Plasticisers gefunden, was auf Blutdoping hindeutet. Contador behauptet aber weiterhin, ein kontaminiertes Stück Fleisch sei für seine positive Dopingprobe vom 21. Juli 2010 verantwortlich. Dem ehemaligen Astana-Profi zufolge, dessen Rennstall sich nun von ihm abwendet, hat der Spuk für ihn in Kürze ein Ende hat. Der Iberer soll seine Unschuld beweisen können.
Alberto Contador bei seinem Tour-Sieg 2009 ©Flickr/ hyku
In dem Interview mit eurosport.com bezeichnet Contador die Tage nach der Doping-Enthüllung als die “schlimmsten Momente seiner Karriere”. Zudem will er um seinen Ruf kämpfen. “Ich kann das nicht zulassen, weil ich weiß, dass ich nichts angestellt habe”, sagte Contador. “Wie kann ich eine Sanktion hinnehmen, wenn ich vollkommen unschuldig bin? Mir fällt es verdammt schwer, das so zu akzeptieren.”
Glaubt ihr an die Unschuld Contadors oder ist das ein Kasperle-Theater, wie man es bei anderen überführten Radprofis schon einige Male erlebt hat?