Gleich die ersten Bergetappen der diesjährigen Vuelta a Espana haben das Fahrerfeld ordentlich auseinander gesprengt. Die Favoriten auf den Gesamtsieg Fränk Schleck und Denis Menschow liegen im Klassement schon weit zurück.
Beide Fahrer haben nach der ersten Woche überraschend großen Rückstand und kaum noch Chancen auf das Rote Trikot des Gesamtsiegers.
Der Luxemburger Fränk Schleck vom Team Saxo Bank, der bei der diesjährigen Tour de France schwer gestürzt war, ist wohl noch nicht wieder voll genesen. Er kam mit über einer Minute Rückstand auf den Sieger ins Ziel.
Giro-d’Italia-Sieger Menschow vom Team Rabobank-Profi wurde gleich zu Beginn der anstrengenden Bergetappe in einen Massensturz verwickelt. Der Russe hat nun über drei Minuten Rückstand auf die Gesamtspitze.
Dafür zeichnet sich im Kampf um den Gesamtwertung ein Dreikampf ab. Der spanische LokaI-Matador Igor Anton liegt in der Fahrerwertung eine Sekunde vor seinem Landsmann Joaquin Rodriguez und Vincenzo Nibali aus Italien (+ 2 Sekunden).
Die 65. Vuelta a Espana ist seit dem 28. August im Gange. Am 19. September wird der Gesamtsieger der Spanien-Rundfahrt feststehen. Welche deutschen Fahrer sind bei der Vuelta dabei?
Der prominenteste deutsche Teilnehmer ist wohl der Giro- und Tour-Starter Danilo Hondo. Der Sprinter wird wie in Italien und Frankreich Tempomacher für seinen Chef Alessandro Petacchi sein. Der Doping-Rückkehrer Hondo könnte aber in den kommenden Tagen auch in Eigenverantwortung fahren. Denn Petacchi könnte noch wegen den andauernden Ermittlungen durch das Italienische Olympische Komitee CONI von der Vuelta ausgeschlossen werden.
Das sich nach dieser Saison auflösende Team Milram hofft auf starke Spurts durch Robert Förster. Der Markkleeberger will sich mit Marc Cavendish & Co. messen. Zudem möchte sich Förster und sein Teamkollege Markus Fothen beim letzten großen Auftritt ihres Teams bei einer Rundfahrt für einen Vertrag bei einem anderen Arbeitgeber empfehlen.
In diesem Jahr wird die Vuelta a Espana vom 28. August bis 19. September ausgetragen. Wie sieht die Streckenführung 2010 aus und wer sind die Favoriten?
Die spanische Rundfahrt ist die drittgrößte Fernfahrt der Welt. In drei Wochen geht es für die Profis über 21 Etappen. In Sevilla geht die Vuelta mit einem Mannschaftszeitfahr-Prolog über 16,5 Kilometer los. Fünf Bergankünfte geplant und sechs weitere Etappen im Mittelgebirge gilt es zu überwinden. Ein Einzelzeitfahren über 46 Kilometer findet in Peñafiel statt. Beendet wird die Vuelta nach 3352,6 Kilometern am 19. September in Madrid.
Der Titelverteidiger Alberto Contador ist bei der 65, Auflage der Vuelta nicht dabei. Topfavorit ist Andy Schleck (Saxo Bank). Der Zweite der diesjährigen Tour de France will nun endlich ganz oben auf dem Podium stehen. Sein Bruder Fränk Schleck (Saxo Bank) ist nach seinem frühen Tour-Aus mit Schlüsselbeinbruch ebenso heiß, eine Rundfahrt zu gewinnen. Denis Mentschow (Rabobank)hat schon zwei Mal, 2005 und 2007, die Vuelta gewonnen. Schaffte der russische Rabobank-Kapitän 2010 seinen dritten Erfolg?
Der 17-fache Saisonsieger André Greipel wird das Aufgebot des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) für die Rad-Weltmeisterschaften vom 29. September bis 3. Oktober im australischen Melbourne anführen. Insgesamt neun deutsche Profis werden die deutschen Farben in Australien vertreten.
Im Einzel-Zeitfahren zählen der WM-Vorjahres-Dritte Tony Martin und der Weltmeister von 2008 Bert Grabsch zum Favoritenkreis.
“Es wird zwar nicht leichter, einen Cancellara zu schlagen, eine Medaille ist hier aber Pflicht”, meinte BDR-Vizepräsident Udo Sprenger zur dpa. “In Melbourne erwartet uns zwar kein leichter, aber auch kein absoluter Bergkurs. Er kommt unserer Mannschaft, so wie sie jetzt aufgestellt ist, entgegen”, so Sprenger weiter.
Das deutsche Aufgebot für die Elite Männer lautet wie folgt:
Marcus Burghardt (Steinmaur/Schweiz/HTC-Columbia),
Bert Grabsch (Kreuzlingen/Schweiz/HTC-Columbia),
André Greipel (Hürth/HTC- Columbia),
Danilo Hondo (Cottbus/Lampre),
Christian Knees (Euskirchen/Team Milram),
Sebastian Lang (Erfurt/Silence-Lotto),
Tony Martin (Schwalbach/HTC-Columbia),
Marcel Sieberg (Hürth/HTC- Columbia),
Fabian Wegmann (Freiburg/Team Milram).
Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) darf wegen André Greipel neun deutsche Rad-Profis zu den Straßen-Weltmeisterschaften vom 29. September bis 3. Oktober nach Melbourne schicken.
Weil André Greipel aus Hürth bei dem einzigen deutschen ProTour- Rennen, den Hamburg Cyclassics in Hamburg, über 216,6 Kilometer Dritter wurde, konnte sich die deutsche Mannschaft in der Nationenwertung vom zwölften auf den achten Platz verbessern. Somit dürfen statt bislang sechs Fahrer nun neun die deutschen Farben bei einer WM vertreten.
Den Sieg holte sich bei den Cyclassics im Sprint Vorjahressieger Tyler Farrar aus den USA vor dem Norweger Edvald Boasson Hagen und Greipel.
In der Hansestadt Hamburg finden am 15. August die Vattenfall Cyclassics statt. Dieses Eintagesrennen über 216,6 Kilometer ist das einzige ProTour-Rennen in Deutschland.
Viele Radsport-Stars haben gemeldet, wie zum Beispiel die Australier Stuart O`Grady (Saxo Bank) und Robbie McEwen (Katjuscha), der Italiener Alessandro Ballan (BMC Racing) oder der Schweizer Zeitfahrweltmeister Fabian Cancellara (Saxo Bank).
Unter den 168 gemeldeten Profis ist zudem die gesamte deutsche Elite am Start. Dazu zählen unter anderem André Greipel (HTC-Columbia), Gerald Ciolek, Linus Gerdemann, Fabian Wegmann und Christian Knees (alle Milram), Grischa Niermann (Rabobank) und Jens Voigt (Saxo Bank).
Greipel, der gegenwärtig mit 16 Erfolgen nach Siegen gerechnet der erfolgreichste Radprofi der Welt ist, zählt zum engsten Favoritenkreis. „Das ist eines der stärksten Felder der vergangenen Jahre”, sagte Frank Bertling vom Veranstalterteam Upsolut bei einer Pressekonferenz zur dpa.
Zugleich ist das Heimrennen in Hamburg wird für die deutschen Rad-Asse auch ein Kampf um die Qualifikation für die WM in Australien.
André Greipel vom Team HTC-Columbia hat die Abschlussetappe der Polen-Rundfahrt gewinnen können. Zudem ist nun sicher, dass der Rostocker seinen Rennstall verlassen wird.
Greipel setzte sich nach 169 Kilometern im Massensprint durch und fuhr bei der Rundfahrt durch das deutsche Nachbarland zu seinem zweiten Tagessieg. Gewinner der 67. Auflage Polen-Schleife ist der irische Radprofi Daniel Martin vom Garmin-Slipstream-Team.
Zum Saisonende wird der Sprinter als erster deutscher Radprofi, der in dieser Saison mit bisher 16 Siegen erfolgreichster Profi der Welt ist, in Zukunft für das belgische Omega Pharma-Lotto-Team fahren.
Hauptgrund für den Weggang aus der Rolf-Aldag- Mannschaft ist die Dauerfehde mit dem Columbia-Star Mark Cavendish. Der Sprinter Nummer eins dieses Teams gewann bei der diesjährigen Tour de France fünf Etappen. Greipel kam wegen dem starken Briten in den letzten beiden Frankreich-Rundfahrten nicht zum Einsatz. Die bevorstehenden Duelle mit Cavendish bei den großen Rundfahrten versprechen jetzt schon heiße Tänze zu werden.
In diesem Jahr finden die Straßenrad-Weltmeisterschaften in Australien statt. Vom 29. September bis 3. Oktober fahren die Radprofis um die begehrten Regenbogentrikots.
Bei den 77. UCI Road World Championships in „Down under” werden wieder viele deutsche Radprofis mitkämpfen. Zum Beispiel wird im Einzelzeitfahren unser Zeitfahrspezialist Tony Martin um eine WM-Medaille mitfahren. Der Lausitzer Martin musste sich bei der Tour de Suisse und der Tour de France im Kampf gegen die Uhr knapp dem Schweizer Weltmeister und Olympiasieger Fabian Cancellara geschlagen geben.
Weitere deutsche Fahrer wie Linus Gerdemann, Gerald Ciolek oder André Greipel werden auch ein Wörtchen mitreden wollen.
Termine:
Das Einzelzeitfahren der Männer U23 und der Frauen findet am 29. September statt. Der Kampf gegen die Uhr der Männer geht am 30. September über die Bühne.
Das Straßenrennen der Männer U23 wird am 1. Oktober ausgetragen, das Frauenrennen am 2. Oktober und das Rennen der männlichen Radprofis am Abschlusstag der WM, dem 3. Oktober.
Der deutsche Sprinter André Greipel hat den Sieg bei der ersten Etappe der 67. Polen-Rundfahrt im Massenspurt ganz knapp verpasst. Die Rundfahrt endet nach sieben Etappen am kommenden Samstag in Krakau.
Der schnelle Mann vom Team Columbia Greipel musste nach 175 Kilometern von Sochaczew nach Warschau im Zielsprint nur dem Italiener Jacopo Guarnieri vom Liquigas-Doimo-Team den Vortritt lassen.
Überschattet wurde die erste Etappe von einem Massensturz, in den 1500 Meter vor der Ziellinie fast das ganze Fahrer-Feld verwickelt war.
Greipel befand sich aber in einer 15 Fahrer starken Gruppe, die sich vor dem Hauptfeld befand. Nun hofft der Columbia-Sprinter auf weiteren Sprintsieg-Gelegenheiten. Der Kölner wird sich mit diesen Leistungen für ein neues Team empfehlen wollen.
Greipel wird nämlich sein derzeitiges Team Columbia zum Saisonende verlassen. Dort ist er nicht erste Wahl und wurde deshalb nicht für die diesjährige Tour de France berücksichtigt. Dortiger bester Sprinter ist sein Mannschaftskollege Mark Cavendish. Der Brite hat bei der diesjährigen Tour fünf Etappensiege feiern können.
Der Gewinner der Tour de France 2010 Alberto Contador wird den Rennstall Astana verlassen und nach Dänemark zu Bjarne Riis wechseln. Die Brüder Andy und Frank Schleck werden dagegen das Team Saxo Bank zum Saisonende wie erwartet verlassen.
Der Spanier Contador hatte verkündet, die Mannschaft Astana am Jahresende verlassen zu wollen. Der Madrilene soll schon in Verhandlungen mit Riis sein. Für ungefähr 5 Millionen Euro soll Contador zu Riis wechseln. Dieses Geld kommt vom US-amerikanischen Radhersteller Specialized, der zweiter Hauptsponsor bei Riis werden soll. Zudem ist Specialized persönlicher Sponsor von Contador.
Andy und Frank Schleck dürften nun wie erwartet nach Luxemburg wechseln. Der frühere Riis-Sprecher Brian Nygaard und der vor der Tour de France gefeuerte, ehemalige Saxo-Bank-Sportchef Kim Andersen werden ein neues Team ins Leben rufen, das um die beiden Brüder aufgebaut werden soll.