Das neue luxemburgische Team mit dem Namen Leopard-Trek startet mit großen Zielen in die Saison 2011. Aushängeschilder sind der Tour-Zweite Andy Schleck, sein Bruder Fränk, der Schweizer Zeitfahr-Weltmeister und Olympiasieger Fabian Cancellara sowie die deutschen Profis Jens Voigt, Fabian Wegmann und Linus Gerdemann.
“Wir wollen den Toursieg, egal ob Contador dabei ist”, sagte der Luxemburger Andy Schleck bei der aufwendigen Team-Präsentation am Abend im mit 4 000 Zuschauern voll besetzten Sportzentrum Coque in Luxemburg-Kirchberg.
Finanziert wird diese neue Mannschaft durch den millionenschweren Luxemburger Sportmäzen und Immobilien-Makler Flavio Becca. Manager ist der Däne Brian Nygaard, der in der Vergangenheit im Bjarne-Riis-Team Saxo-Bank war und von dort die meisten Fahrer sowie Sportdirektor Kim Andersen rekrutierte. weiterlesen »
Jetzt wird es immer enger für Alberto Contador. Nun leitet der spanische Radsportverband RFEC ein Dopingverfahren gegen den Tour-de-France-Sieger ein. Dies kündigte der RFEC-Präsident Juan Carlos Castaña an, der einer Aufforderung des Weltradsport-Verbandes UCI folgt.
„Es wird für Contador keine bevorzugte Behandlung geben“, sagte Castaña zur Sportzeitung „Marca“. „Die Regeln gelten für alle in gleicher Weise. Wenn Alberto dagegen verstoßen hat, muss er dafür gerade stehen.“
Der dreifache Tour-Sieger war am zweiten Ruhetag der vergangenen Tour positiv auf das Kälbermastmittel Clenbuterol getestet worden. Contador bestreitet nach wie vor gedopt zu haben. Der Spanier führt den positiven Befund auf verunreinigtes Fleisch zurück, dass er gegessen habe.
Laut der spanischen Sportzeitung seien bislang praktisch alle Sportler, die positiv auf Clenbuterol getestet worden waren, gesperrt worden. So stehen die Chancen für einen Freispruch Contadors sehr schlecht. „Contador steht mit dem Rücken zur Wand.“
Der überführte Tour-de-France-Sieger Alberto Contador denkt laut über ein Karriereende nach, egal wie das Urteil des Weltverbandes UCI ausfallen sollte.
“Ich bin so entmutigt, dass ich darüber nachdenke, den Radsport unabhängig von der Entscheidung der UCI aufzugeben”, liest man über Contador in der Madrider Zeitung “El Mundo“. Dies soll er dem Präsidenten des spanischen Verbandes, Carlos Castaño, mitgeteilt haben.
Alberto Contador ©Flickr/ hyku
Dem Spanier wurden am zweiten Tour-Ruhetag geringe Spuren des Kälbermastmittels Clenbuterol nachgewiesen. Contador begründet den positiven Doping-Tests durch kontaminiertes Fleisch, welches er gegessen habe und beteuert nach wie vor seine Unschuld.
Fernando Ramos, ein Spezialist für Lebensmittelvergiftungen, beurteilt den Fall folgendermaßen: “Es ist nicht unmöglich, aber unwahrscheinlich. Meiner Meinung nach ist es nur eine Story”, sagte der Lebensmittel-Spezialist der Universität Coimbra in Portugal.
Es erinnert schon ein weinig an ein großes Schauspiel. Jetzt versucht der Repräsentant des Radsports der vergangenen Jahre durch die Anspielung auf sein Karriereende Druck auf die Radsportwelt auszuüben. Aber ganz sicher wird die Show auch ohne ihn weitergehen.
Der 2008 des Dopings überführte und danach zurückgetretene Gerolsteiner-Profi Bernhard Kohl glaubt nicht an den Gewinn der Tour de France ohne Doping.
Der Österreicher Kohl sieht vor allem Lücken bei den Doping-Kontrolleuren. “Ich wurde in meiner Karriere 200 Mal getestet. 100 Mal hatte ich Drogen in meinem Körper. Einmal wurde ich erwischt, 99 Mal nicht”, sagte Kohl zur “New York Times“.
Bernhard Kohl © flickr/aerocha
Kohl, der bei der Tour 2008 mit dem dritten Rang und dem Gewinn des Bergtrikots auf sich aufmerksam gemacht hatte, meinte die Fahrer würden denken, sie entkämen den Fahndern, “weil es meist der Fall ist.” Er selber wurde nach der Frankreich-Rundfahrt positiv auf CERA getestet. Nach seinem Dopinggeständnis wurde seine Resultate gestrichen.
Indirekt klagte der ehemalige Radprofi des heute aufgelösten deutschen Rennstalls Gerolsteiner auch den vorerst wegen Clenbuterol-Dopings suspendierten Spanier Contador an. “Floyd Landis gewann die Tour mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 40 Kilometern – und er war gedopt. In diesem Jahr gewann Contador mit dem selben Stundenmittel”, so Kohl weiter.
Alberto Contador bestreitet nach seinem positiven Dopingbefund weiter vehement gedopt zu haben. In einem Interview meint der Spanier, dass diese Affäre bald ein Ende hat.
Alberto Contador soll nach Angaben der “New York Times” bei einer zweiten Probe auffällig geworden sein. Beim Tour-de-France-Sieger wurden in einer am Abend des 20. Juli genommenen Probe Rückstände eines sogenannten Plasticisers gefunden, was auf Blutdoping hindeutet. Contador behauptet aber weiterhin, ein kontaminiertes Stück Fleisch sei für seine positive Dopingprobe vom 21. Juli 2010 verantwortlich. Dem ehemaligen Astana-Profi zufolge, dessen Rennstall sich nun von ihm abwendet, hat der Spuk für ihn in Kürze ein Ende hat. Der Iberer soll seine Unschuld beweisen können.
Alberto Contador bei seinem Tour-Sieg 2009 ©Flickr/ hyku
In dem Interview mit eurosport.com bezeichnet Contador die Tage nach der Doping-Enthüllung als die “schlimmsten Momente seiner Karriere”. Zudem will er um seinen Ruf kämpfen. “Ich kann das nicht zulassen, weil ich weiß, dass ich nichts angestellt habe”, sagte Contador. “Wie kann ich eine Sanktion hinnehmen, wenn ich vollkommen unschuldig bin? Mir fällt es verdammt schwer, das so zu akzeptieren.”
Glaubt ihr an die Unschuld Contadors oder ist das ein Kasperle-Theater, wie man es bei anderen überführten Radprofis schon einige Male erlebt hat?
Ob der siebenfache Tour Sieger Lance Armstrongs bis zum Startschuss der Tour de France am 3. Juli in Rotterdam fit ist, scheint fraglich. Hat der Texaner doch derzeit auf mehreren Baustellen zu kämpfen.
In diesen Tagen sieht sich Armstrong nicht das erste Mal mit massiven Doping-Vorwürfen konfrontiert. Sein früherer Team-Kollege Floyd Landis beim damaligen US-Postal-Team erhob schwere Beschuldigungen, die er natürlich wie immer abschmetterte.
Zudem haben den 38-Jährigen Krankheiten und Verletzungen in seiner Tour-Vorbereitung ausgebremst. „Ich würde sagen, es geht zurzeit nicht gerade ruhig zu. Aber niemand braucht mich zu bedauern”, sagte Armstrong nach dem Start der Luxemburg-Rundfahrt, die er in diesem Jahr in sein Vorbereitungsprogramm mit aufnahm. „Ich hoffe, ich werde für die Tour de France bereit sein”, so der US-Amerikaner weiter. Als Generalprobe für die „Große Schleife” wählt er die am 12. Juni beginnende Tour de Suisse.
Im vorigen Jahr belegte Armstrong nach seinem Comeback einen beachtlichen dritten Platz. Kann er das 2010 wiederholen oder sind Armstrongs Zeiten einfach vorbei?
Der einstige Doping-Sünder Ivan Basso ist bei dem diesjährigen Giro d’Italia in einer guten Ausgangsposition, um sich den Gesamtsieg zu holen.
Der Giro-Gewinner von 2006, Ivan Basso, der nach seiner Doping-Sperre in dieser Saison in brillianter Form ist, befindet sich nach dem schweren Bergzeitfahren hoch zum Kronplatz nun auf Platz zwei in der Gesamtwertung. Damit kann der Italiener weiter darauf hoffen, am Sonntag sich das Rosa Trikot überzustreifen. “Das war ein guter Tag für uns. In den kommenden Tagen werde ich weiter angreifen. Ich bin optimistisch”, sagte Basso zur dpa.
Der Ex-Doper sagte zudem auf einer Pressekonferenz: “Ich freue mich, dass die Leute begeistert sind und mich nicht auspfeifen. Sie wissen meine Leistung zu würdigen.” Am Pfingstsonntag auf der 15. Etappe meldete sich Basso hoch zum Monte Zoncolan erstmals seit vier Jahren in der Weltelite zurück. Vor vier Jahren wurde er “wegen geplanter Manipulation mit Doping-Präparaten” für zwei Jahre gesperrt. Leider rollt der Zweifel nun immer mit, ob es bei den neuen Leistungsexplosionen Bassos diesmal mit rechten Dingen zugeht. Fakt ist, in diesem Jahr wird Basso zu den Favoriten auf den Tour-Sieg gehören.
Floyd Landis packt über seine Doping-Vergangenheit aus. In einem Interview gestand der US-Amerikaner jahrelangen eigenen Betrug. Zudem beschuldigte er auch seinen einstigen Teamkollegen Lance Armstrong.
“Wenn ich jetzt nicht etwas sage, dann ist es sinnlos, überhaupt jemals etwas zu sagen”, sagte Landis in dem Interview, der 2002 mit Doping begonnen haben soll, als er ins Team US Postal um Lance Armstrong kam. Landis hatte bei drei Tour-Teilnahmen großen Anteil an den Siegen seines damaligen Kapitäns.
Der US-Postal-Manager Johan Bruyneel habe ihn persönlich in seinen ersten Jahren bei US Postal in die Welt des Dopings eingeführt. Und mit mit Armstrong habe Landis darüber “lange Diskussionen bei unseren Trainingsfahrten geführt, dabei erklärte er mir auch, dass nun Bluttransfusionen nötig seinen, da die EPO-Testmethoden weiterentwickelt wurden”. weiterlesen »
Der Kasache Alexander Winokurow ist zurück in der Weltspitze. Nach seiner dreijährigen Dopingsperre kämpft sich Winokurow ins Rosa Trikot des Gesamtführenden beim Giro d’Italia.
So ein Dopingfall hinterlässt seine Spuren in der Radwelt. Unbehagen, Zweifel und Misstrauen begegnen Alexander Winokurow dieser Tage allerorts, nicht etwa von seinen Radsport-Kollegen, aber von den Radsport-Fans.
Es ist und bleibt einer der schwersten Dopingfälle im Radsport. Winokurows Team Astana wurde 2006 in einen schweren Doping-Skandal verstrickt und von der Tour de France ausgeschlossen. Alexander Winokurow persönlich wurde 2007 des Fremdblutdopings überführt. Weil er sich von dem berüchtigten Arzt Eufemiano Fuentes hat dopen lassen, musste der Kasache von 2007 bis 2009 pausieren. Doch Winokurow ist zurück und wieder verdächtig stark. weiterlesen »
Alexander Winokurow hat sich nach zweijähriger Doping-Sperre zurückgemeldet. Der Kasache gewann den Eintages-Klassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich. Nach 258 Kilometern siegte der Astana-Profi im Spurt vor dem Russen Alexander Kolobnev (Katjusha) Dritter wurde der Spanier Alejandro Valverde.
Im Ziel wurde Winokurow, der den Klassiker zum zweiten Mal nach 2006 gewinnen konnte, von pfeifenden belgischen Fans empfangen. Der Sieger war trotzdem im Ziel aus dem Häuschen. „Das ist fantastisch, damit hatte ich nicht gerechnet. Das ist eine Revanche für mich und ein wichtiger Sieg. Ich habe bewiesen, dass mit mir noch zu rechnen ist”, sagte der 36-Jährige zur dpa.
Der Direktor der Tour de France, Christian Prudhomme, sagte zu dem Sieg des Kasachen: “Es ist wie im richtigen Leben: Winokurow hat einen Fehler begangen, wurde dafür bestraft und ist zurückgekehrt.”
Nun will er im Juli seinen Astana-Kapitän Alberto Contador zum dritten Tour-Triumph führen. Aber ein Zweifel rollt bei allen neuen Großtaten Winokurows nun immer mit. Bei der Tour 2007 wurde er des Dopings mit Fremdblut überführt.
Aber denkt man an weitere Doping-Sünder wie Ricco, Basso, Valverde, etc., die alle wieder an ProTour-Rennen teilnehmen dürfen, liegt der Zweifel wohl über dem ganzen Fahrerfeld.